Italienischer Militärhubschrauber in Bosnien abgestürzt
Beim Absturz eines italienischen Militärhubschraubers im Nordosten Bosnien-Herzegowinas sind vier Menschen ums Leben gekommen. Die Maschine vom Typ CH-47 war am Donnerstagnachmittag in der Nähe der Stadt Brčko aus bisher ungeklärter Ursache abgestürzt. Sie war im Rahmen der EU-Militärmission EUFOR Althea im Einsatz. Die Piloten überlebten den Absturz. Unter den Todesopfern waren zwei Besatzungsmitglieder und zwei Angehörige des Roten Kreuzes.
Die Rettungskräfte seien umgehend am Unglücksort eingetroffen, teilte das italienische Verteidigungsministerium mit. Zunächst seien die genauen Umstände des Unglücks und der Gesundheitszustand der Menschen an Bord noch unklar gewesen. Nach Angaben der örtlichen Behörden waren zunächst drei Tote und zwölf Verletzte gemeldet worden. Später starb ein weiterer Schwerverletzter im Krankenhaus.
Kerosin ausgelaufen
EUFOR Althea kündigte eine umfassende Untersuchung des Unglücks an. Weitere Informationen sollten veröffentlicht werden, sobald die Fakten geklärt seien. Zivilisten seien nicht zu Schaden gekommen. Auch zivile Gebäude, Fahrzeuge und sonstiges Eigentum seien nicht beschädigt worden.
Am Unglücksort waren Feuerwehr, Zivilschutz und medizinische Rettungsteams im Einsatz. Die Feuerwehr werde die ganze Nacht über vor Ort bleiben, um mögliche Brände und Explosionen zu verhindern. Nach Angaben des Bürgermeisters von Brčko, Siniša Milić, war eine größere Menge Kerosin aus dem Hubschrauber ausgelaufen. Die Maschine sei in einem unbewohnten Gebiet abgestürzt, sagte Milić. Die ersten Häuser der Ortschaft Gorica lägen jedoch nicht weit entfernt. Augenzeugen zufolge war der Hubschrauber vor dem Absturz in geringer Höhe geflogen und hatte mehrere Kurven gemacht.
Italien verfügt in Bosnien-Herzegowina über mehrere Hubschrauber, darunter zwei Maschinen des Typs CH-47 Chinook. Welcher der beiden Hubschrauber verunglückte, war zunächst nicht bekannt. Der italienische Botschafter in Sarajevo machte sich auf den Weg zum Unglücksort.
Meloni bekundet Anteilnahme
Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni zeigte sich tief betroffen. Ihre Gedanken seien bei den Opfern, ihren Familien und allen, die im Einsatz für Frieden und Stabilität in der Region bange Stunden durchlebten. Ihnen gelte ihre aufrichtige Anteilnahme sowie die der italienischen Regierung, schrieb sie im Onlinedienst X. Auch Außenminister Antonio Tajani äußerte sich bestürzt.
Die EU-Mission EUFOR Althea ist seit 2004 in Bosnien-Herzegowina im Einsatz. Sie wurde auf Grundlage eines Mandats der Vereinten Nationen eingerichtet und löste eine frühere NATO-Mission ab. Der schwerste bisherige Unfall im Zusammenhang mit der Mission ereignete sich 2008, als ein mazedonischer Hubschrauber abstürzte. Damals kamen alle elf Insassen ums Leben.