Kaum Schulabmeldungen wegen Kopftuchverbot

15.10.2026 • 05:00 Uhr
Kaum Schulabmeldungen wegen Kopftuchverbot

Mit der Einführung des Kopftuchverbots für Mädchen unter 14 Jahren an den Schulen ist vielfach erwartet worden, dass viele Kinder aus der Schule abgemeldet und zum häuslichen Unterricht angemeldet werden. Dort gilt das Verbot nämlich nicht. Laut der APA übermittelten Zahlen aus den Bildungsdirektionen hat diese Entwicklung aber kaum stattgefunden. Die Zahl der Anmeldungen zum häuslichen Unterricht ist nur leicht gestiegen.

Eltern können ihre Kinder daheim unterrichten, weil in Österreich keine Schul-, sondern nur eine Unterrichtspflicht gilt. Kinder können außerdem Privatschulen ohne Öffentlichkeitsrecht besuchen, die selbst keine Schulzeugnisse vergeben dürfen. Nach dem starken Anstieg der Abmeldungen in Folge der Corona-Pandemie wurden die Regeln verschärft: Abmeldungen für das nächste Schuljahr müssen etwa schon bis Beginn der Sommerferien angezeigt werden, nicht erst zum Ferienende. Um Prüfungstourismus in bekannt “leichte” Schulen zu verhindern, nehmen auch eigene Kommissionen die Externistenprüfungen ab.

Österreichweit knapp 2.000 Abmeldungen

In der Diskussion um das Kopftuchverbot wurde dann die Befürchtung laut, dass viele betroffene Mädchen aus der Schule abgemeldet werden und in den häuslichen Unterricht übersiedeln. Das war aber nur eingeschränkt der Fall. Österreichweit wurden knapp 2.000 Abmeldungen registriert, im Schuljahr davor waren es rund 1.900 – davon betrifft nur ein Drittel Mädchen unter 14 Jahren.

Insgesamt hat die Zahl der Mädchen unter 14 Jahren im häuslichen Unterricht gegenüber dem Vorjahr leicht zugenommen, allerdings nur um rund 70 Personen. Das entspricht auch den Schwankungen der Vorjahre. In den Bildungsdirektionen konnte man dementsprechend auch keinen Zusammenhang mit dem Kopftuchverbot feststellen.

Die meisten Abmeldungen zum häuslichen Unterricht gibt es übrigens in Niederösterreich (477), gefolgt von der Steiermark (294), Wien (284) und Oberösterreich (254). Interessant: Buben werden vergleichsweise häufiger abgemeldet als Mädchen.