Laut Katzian niemand in SPÖ mit Umfragen zufrieden

ÖGB-Chef Wolfgang Katzian ortet Diskussionsbedarf in der SPÖ angesichts der aktuellen Umfrageergebnisse. “Niemand, der sich mit dieser Bewegung identifiziert, kann froh sein, wenn Umfrageergebnisse so sind, wie sie sind”, sagte er am Samstag bei Ö1 “Im Journal zu Gast”. Er wisse, dass diese auch dem Parteivorsitzenden und Vizekanzler Andreas Babler “nicht egal” seien, so Katzian: “Und ich weiß auch, dass wir viel zu diskutieren haben.”
Diese Diskussionen wolle er aber “nicht in der Öffentlichkeit führen”, so der Gewerkschaftschef: “Ich mache das in den Parteigremien. Dort werde ich meine Meinung sagen, werde ich mich auch zu Wort melden.” Katzian ist der Ansicht, dass es viel zu tun gibt, “um das Vertrauen, das angeknackst ist, bei den Menschen zurückzugewinnen.” Der beste Weg dafür sei, “gute Ergebnisse zu liefern”.
Auf die Frage, ob Babler der richtige Mann an der Spitze dafür sei, meinte Katzian knapp: “Ja, er ist unser Parteivorsitzender.” Für ihn sei Babler jedenfalls nicht “zu links”.
Mit Regierungsarbeit zufrieden
Mit der Regierungsarbeit zeigt sich Katzian durchaus zufrieden. Er finde, dass die Dreierkoalition “nicht so viel öffentlich streitet, wie es immer wieder dargestellt wird”. Er glaube, dass es “mittlerweile einen sehr guten Mechanismus” gebe, “wie man die Meinungsunterschiede und die unterschiedlichen Ideologien von drei sehr verschiedenen Parteien unter einen Hut bringt”.
Dass die SPÖ nicht alle Ziele aus dem Wahlkampf umsetzen könne, liege eben daran, dass man sich in einer Koalition mit zwei bürgerlichen Parteien befinde. “Zum Umsetzen in voller Schönheit brauchst du eine absolute Mehrheit, und die hat keiner”, so Katzian. Daher müsse man zusammenarbeiten und Kompromisse finden. Das sei bei drei Parteien noch schwieriger als bei zwei Parteien, sagte Katzian.