Merz in der Ukraine: Weitere Militärhilfe geplant

04.10.2026 • 06:30 Uhr
Merz in der Ukraine: Weitere Militärhilfe geplant

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz ist zu einem Solidaritätsbesuch in der Ukraine eingetroffen, um dem Land weitere konkrete Hilfe für den Abwehrkampf gegen Russland zuzusagen – vor allem Abfangdrohnen und weitreichende Waffen. “Wenn Russland nicht gestoppt wird, richtet sich seine Kriegsmaschinerie früher oder später gegen uns”, sagte der CDU-Chef bei seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew.

Er wird von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche und zehn Unternehmern aus den Bereichen Rüstung und Energie begleitet. Nach Angaben aus Regierungskreisen will Merz den ukrainischen Streitkräften in Kiew die baldige Auslieferung Tausender Abfangdrohnen zusichern, mit denen die besonders schnellen und daher auch besonders gefährlichen russischen Kampfdrohnen mit Düsenantrieb bekämpft werden können.

Zudem soll die Produktion weitreichender Waffen vorangetrieben werden, mit denen Nachschublinien hinter der Front in Russland angegriffen werden können. Insgesamt sollen dafür eine Milliarde Euro aus bereits bewilligten Haushaltsmitteln freigegeben werden – und weitere 350 Millionen Euro für Reparatur und Wiederaufbau zerstörter Kraftwerke.

Moskau ruft Ausländer zum Verlassen Kiews auf

Nur wenige Stunden vor der Ankunft des Kanzler-Zuges warnte das russische Außenministerium ausländische Besucher und Diplomaten vor einem Aufenthalt in Kiew. Sie sollten die Stadt verlassen und sich vor allem nicht in der Nähe von militärischen Objekten und Regierungsgebäuden aufhalten, hieß es in einer Mitteilung.

Als Grund nannte das Ministerium, dass die russischen Streitkräfte “als Reaktion auf die terroristischen Aktionen der ukrainischen Streitkräfte gegen die Zivilbevölkerung und die zivile Infrastruktur unseres Landes (Russlands) weiterhin systematisch gezielte Schläge gegen militärische Ziele in Kiew und anderen ukrainischen Städten führen”.

“Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen”

Merz ließ sich davon nicht von Reiseplänen abbringen. Er sei nach Kiew gereist, “weil die Ukraine für die kommenden Wochen all unsere Unterstützung braucht”, sagte er bei seiner Ankunft. “Bald beginnt für die Menschen der fünfte Kriegswinter. Russland bombardiert Städte, Wohnhäuser und Heizkraftwerke.” Die Ukrainer ließen sich aber durch den Terror Russlands nicht unterkriegen. “Ich werde Präsident Selenskyj heute sagen: “Auf unsere Hilfe könnt ihr weiter zählen.”