Mühlberger verteidigt Gesamtführung auf 3. ToA-Etappe
Gregor Mühlberger hat seine Führung im Gesamtklassement der Tour of Austria erfolgreich verteidigt. Der im Trikot des Nationalteams radelnde Niederösterreicher kam am Freitag auf der 3. Etappe nach 189,5 km von Lienz über Mittersill nach St. Johann im Pongau als 20. mit dem Hauptfeld ins Ziel. Der Tagessieg im Bergaufsprint zweier Ausreißer hinauf ins Alpendorf ging an den US-Amerikaner Neilson Powless vor dem Spanier Igor Arrieta. Dritter wurde der Schweizer Jan Christen.
Mühlberger liegt in der Gesamtwertung weiter 1:31 Minuten vor dem US-Amerikaner Kevin Vermaerke. Bester Österreicher des Tages wurde der österreichische Meister Michael Gogl als Siebenter. “Mit meiner Leistung bin ich zufrieden, mit dem Ergebnis leider nicht. Da war heute mehr drin”, konstatierte Gogl, der den Anschluss an Powless und Arrieta bei einer Abfahrt knapp 44 km vor dem Ziel verloren hatte. “Da habe ich in dem Moment ein bisschen zu viel gebremst. Man geht halt auch nicht das letzte Risiko, wenn man ein paar schwerste Verletzungen gehabt hat”, sagte Gogl im ORF.
Vorfreude auf das Leiden am Porscheberg
Am Samstag warten 170,5 km und 2.325 Höhenmeter in der Pyhrn-Priel-Region mit Start und Ziel in Steyr. Auf den aus Haidershofen stammenden Tour-Leader Mühlberger wartet ein echtes Heimspiel mit vielen Freunden und Bekannten. “Sie werden mich leiden sehen am Porscheberg, darauf freue ich mich.” Die Österreich-Radrundfahrt endet am Sonntag nach fünf Etappen vor dem Burgtheater in Wien.
Der “Glocknerkönig” erlebte nach seinen zwei Etappensiegen einen nach Plan verlaufenen Tag im Hauptfeld. Zwar bildete sich hinauf auf den Felbertauern eine 25-köpfige Spitzengruppe mit Kandidaten für die Gesamtwertung. Das Peloton hielt den Abstand auf die Ausreißer mit etwa drei Minuten jedoch konstant – und damit die Gefahr für Mühlberger in Grenzen. “Wir haben es gut kontrolliert, den Abstand in Grenzen gehalten und dann auch Unterstützung von anderen Teams, die das Gesamtklassement absichern wollten, bekommen”, schilderte Mühlberger.
Powless setzt sich am Schlussanstieg durch
Vorne preschten Powless und Arrieta mit ihrer tollkühnen Abfahrt weg, das Duo schaffte recht zügig eine Minute zwischen sich und den Rest. Im Schlussanstieg mit sehr steilen letzten 200 m hatte Powless die besseren Beine – und durfte nach einer Durststrecke mit einer Knie-Operation und kolportierten Selbstzweifeln über einen zuletzt seltenen Erfolg jubeln. “Das Wetter ist schön, es ist so ein schönes Land, um Rad zu fahren. Ich habe noch nicht viel Zeit in Österreich verbracht, aber ich werde sicher mit meiner Familie zurückkommen – jetzt, wo ich so schöne Erinnerungen daran habe”, sagte Powless – einst der erste Tour-de-France-Teilnehmer indigen amerikanischer Abstammung.