ORF kontert Medienbericht über Senderabschaltung

Der ORF nimmt bis zum Jahresende Kleinstsendeanlagen in Randlagen außer Betrieb, die zum größten Teil durch andere Sendeanlagen abgedeckt werden. Das soll beim terrestrischen Sendernetz 1,5 Mio. Euro pro Jahr einsparen. Das Netz soll aber auch danach 99 Prozent des Landes abdecken, betonte der ORF am Sonntag. Ein “Kronen Zeitung”-Bericht, wonach durch die Umstellung 64.000 Menschen in ländlichen Gebieten vom terrestrischen TV und Radio abgeschnitten werden, sei falsch.
Auch im Krisenfall sei die umfassende Versorgung der österreichischen Bevölkerung durch das ORF-Sendernetz “unverändert sichergestellt”, wurde in der Aussendung betont. Nur noch sechs Prozent der Österreicherinnen und Österreicher würden den ORF über Antenne empfangen und die allermeisten TV-Haushalte mehr als einen Empfangsweg nutzen. Die Änderungen in der TV-Versorgung würden deshalb “wenn überhaupt, wenige Hundert Haushalte” bemerken. Diese könnten das Problem bei einer Doppelversorgung durch einen Wechsel auf eine andere Frequenz oder einen anderen Empfangsweg lösen.
Einschränkungen laut ORF nur in “eng begrenzten Gebieten”
“In einzelnen eng begrenzten Gebieten kann es im Zuge dieser Umstellungen zu Einschränkungen beim Empfang über Antenne oder UKW kommen”, räumte der ORF in der Aussendung ein. Betroffene Hörer und Seher könnten sich an den ORF-Kundenservice wenden, “um gemeinsam eine individuelle Lösung für ihre jeweilige Empfangssituation zu finden”, heißt es. Dass das Netz “optimiert” wird, liege daran, dass der ORF “im Zuge der ihm aufgetragenen Einsparungsmaßnahmen” das terrestrische Sendernetz noch wirtschaftlicher führen müsse.
Mit Bezug auf den “Krone”-Bericht sprach die FPÖ am Sonntag in einer Aussendung zunächst von einem “unfassbaren Skandal”, durch den “rund 65.000 Österreicher” schon “ab August von der terrestrischen TV- und UKW-Versorgung abgeschnitten werden”. Damit verwehre man vor allem im Katastrophenfall Menschen, die in ländlicheren Regionen leben oder Autofahrern, die dort unterwegs sind, wichtige Informationen.
FPÖ bleibt bei Kritik
Selbst wenn die Stellungnahme des ORF inhaltlich stimmen sollte und letztlich nur “ein paar tausend Österreicher” betroffen seien, leiste sich der ORF “ein starkes Stück”, so FPÖ-Mediensprecher Christian Hafenecker in einer weiteren Aussendung nach der ORF-Replik. So habe man Sender abschalten wollen “ohne die betroffenen Menschen darüber zu informieren”. Für Hafenecker ist demnach nicht nachvollziehbar, “dass sich jetzt all jene, denen der ORF die Antennen abdreht, auch noch aktiv beim ORF deshalb melden müssen”.
“In den meisten Fällen wird im Falle einer Doppelversorgung durch den Wechsel auf eine andere Frequenz oder die Nutzung eines anderen Empfangsweges Abhilfe zu schaffen sein. Satellit und Streaming sind weiterhin überall verfügbar”, hieß es in der ORF-Stellungnahme.
(S E R V I C E – ORF-Kundenservice: Telefon: 0800 090 010, Montag bis Samstag von 8.00 bis 21.00 Uhr, )