Pavarottis Tochter Cristina schreibt Opernlibretto

25.07.2026 • 12:45 Uhr
Pavarottis Tochter Cristina schreibt Opernlibretto

Cristina Pavarotti, Tochter des verstorbenen italienischen Startenors Luciano Pavarotti (1935-2007), hat das Libretto zur neuen Oper “Diario di una madre” (“Tagebuch einer Mutter”) des spanischen Komponisten Alberto García Demestres geschrieben. Das Werk feiert am Sonntag (26. Juli) beim Festival von Peralada in Spanien seine Uraufführung. Es wird von der Sopranistin Sabina Puértolas und dem Pianisten Rubén Fernández Aguirre interpretiert.

Die 61-Jährige, zweite der drei Töchter von Luciano Pavarotti und dessen erster Ehefrau Adua Veroni, wuchs mit der Musik ihres berühmten Vaters auf, hat aber ihren eigenen Weg in der Opernwelt eingeschlagen. Sie hoffe, die Oper auch in Italien präsentieren zu können, sagte Pavarotti gegenüber der römischen Tageszeitung “La Repubblica” (Samstagsausgabe). “In einer Zeit, die von Tod geprägt ist, müssen wir wieder über den Sinn des Lebens nachdenken”, sagte Cristina Pavarotti.

Beziehung zwischen Müttern und Töchtern im Fokus

Im Mittelpunkt des Librettos steht die Beziehung zwischen Müttern und Töchtern. Die Handlung beginnt mit der Schwangerschaft und begleitet Mutter und Tochter bis zu der Entscheidung der Tochter, selbst keine Kinder zu bekommen. Thematisiert werden dabei auch gesellschaftliche Prägungen und Rollenbilder, die in einer von männlichen Vorstellungen geprägten Kultur häufig von Müttern an ihre Töchter weitergegeben würden.

Zur Opernlibrettistin wurde Pavarotti durch die Zusammenarbeit mit Alberto García Demestres. Bereits zuvor hatte sie Texte für einen befreundeten Popmusiker geschrieben. Gemeinsam mit dem spanischen Komponisten verfolge sie das Ziel, die Oper vor allem durch neue Texte und Musik zu erneuern – nicht allein durch moderne Inszenierungen. Deshalb griffen sie bewusst aktuelle gesellschaftliche Themen auf.

Die Trennung ihrer Eltern sei für die ganze Familie eine schwere Zeit gewesen, sagte Cristina Pavarotti. Am meisten habe sie damals unter der großen öffentlichen Aufmerksamkeit gelitten. “In diesem Medienrummel fühlte ich mich von meinem Vater nicht vollständig geschützt, und ich hatte auch nicht das Gefühl, dass meine Mutter geschützt wurde. Aber das liegt hinter uns”, sagte die 61-Jährige.

Tod des Tenors jährt sich zum 20. Mal

2027 jährt sich der Tod Pavarottis zum 20. Mal. Die von seiner zweiten Ehefrau Nicoletta Mantovani gegründete Luciano-Pavarotti-Stiftung werde aus diesem Anlass Aktivitäten organisieren, über deren Pläne sie jedoch nichts wisse, sagte Cristina Pavarotti. Die Stiftung sei ohne Beteiligung der ersten Familie gegründet worden. “Heute hätte es keinen Sinn mehr, daran etwas zu ändern”, meinte sie. Für Nicoletta Mantovani verließ der Tenor seine erste Frau. Mit ihr bekam Pavarotti eine Tochter Alice, die heute 16 Jahre alt ist.

Pavarotti war neben Maria Callas der kommerziell erfolgreichste Klassikstar aller Zeiten. Er war 1961 bekannt geworden, als er einen internationalen Gesangswettbewerb mit der Darstellung des Rodolfo aus Puccinis “La Boheme” gewann. In den folgenden Jahren eroberte der Norditaliener die großen Bühnen der Welt, darunter Covent Garden in London und die Metropolitan Opera in New York. Das Wiener Publikum begeisterte er unter anderem vor der Kulisse von Schloss Schönbrunn 1995 oder bei den Salzburger Festspielen, wo er 1976 mit italienischen Arien und Liedern debütierte.