Prostitutionshandel durch Mordermittlungen aufgeflogen

11.06.2026 • 13:45 Uhr
Prostitutionshandel durch Mordermittlungen aufgeflogen

Im Zuge von Ermittlungen wegen Mordes hat ein Verdächtiger die Polizei zu einem umfangreichen, grenzüberschreitenden Prostitutionshandel geführt. Einen entsprechenden Bericht der “Kronen Zeitung” bestätigte Donnerstag die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, gegenüber der APA. Der 45-Jährige, der vor einem Jahr wegen der Tötung eines 16-Jährigen zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, soll die Ermittler zu einem Anbahnungslokal in Margareten geführt haben.

Der gebürtige Oberösterreicher, der mittlerweile in der Haft Suizid beging, dürfte demnach mit seinen Aussagen an der Aufklärung der Machenschaften in dem Lokal beigetragen haben. Er wurde festgenommen, weil er im Oktober 2024 in Favoriten einen 16-Jährigen, den er seit April 2024 regelmäßig für sexuelle Handlungen bezahlte, mit 50 Axthieben getötet hatte. Dem Ganzen ging eine tragische Geschichte voraus: Das 16-jährige Opfer stammte aus ärmlichen Verhältnissen in Bulgarien und wurde von seiner Familie gezwungen, sich zu prostituieren. Sein Bruder agierte als Zuhälter und organisierte die Treffen mit Männern.

Anbahnungen in Lokal in Margareten

Die Anbahnungen spielten sich in dem Lokal ab. Bereits in dem Verfahren im Juni 2025 erzählte der 45-Jährige davon. Seine damalige Anwältin Astrid Wagner sagte am Donnerstag im Gespräch mit der APA, dass er stets auf die Vorkommnisse in dem Lokal aufmerksam gemacht habe. Es sei ihm ein Anliegen gewesen, aufzuzeigen, was mit diesen Burschen, die aus tristen Verhältnissen stammen, gemacht werde.

Laut Staatsanwaltschaft werde gegen “mehrere Beschuldigte” ermittelt. Es steht der Verdacht des grenzüberschreitenden Prostitutionshandels und des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen im Raum. Laut “Krone” sollen es 15 Verdächtige sein, darunter Freier, Gäste, zwei Lokalbetreiber und ein Kellner. Bisher sind nach Angaben der Zeitung 15 Opfer bekannt, darunter der später getötete 16-Jährige.

(S E R V I C E – Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich.