Russland bei Biennale: EU-Kommission für Förderungsentzug

Die EU-Kommission hat empfohlen, Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro für die Biennale von Venedig auszusetzen. Hintergrund ist der Streit um den russischen Pavillon bei der diesjährigen Kunstschau. Die für Technologie und Demokratie zuständige Vizepräsidentin der EU-Kommission, Henna Virkkunen, erklärte auf der Plattform X, mit Steuergeldern finanzierte Kultur in Europa müsse demokratische Werte fördern und schützen. Diese Werte seien in Russland nicht geachtet.
Nach Angaben der Kommission hatte die EU-Kultur- und Bildungsagentur EACEA die Biennale bereits vor und nach der Eröffnung mehrfach um Erläuterungen gebeten und vor einem möglichen Verlust der Fördermittel gewarnt. Die Empfehlung der Kommission richtet sich an die EACEA, die formell über die Auszahlung der Mittel entscheidet.
Mit Umsetzung der Empfehlung wird gerechnet
Mit einer Umsetzung der Empfehlung wird gerechnet. Die Stiftung der Biennale hielt dennoch an der Präsenz des russischen Pavillons fest. Nach ihren Angaben blieb dieser zwar für Besucher geschlossen und verstieß nicht gegen EU-Sanktionen, die Kontroverse hielt jedoch an.
Die italienische Regierungspartei Lega kritisierte die Empfehlung der EU-Kommission scharf. Die Biennale stehe für Geschichte, Kultur, Kunst, Innovation und Freiheit, erklärte die Partei von Vize-Regierungschef Matteo Salvini. Sie kündigte an, die Regierung aufzufordern, die wegfallenden EU-Mittel auszugleichen. “Die Kultur beugt sich nicht den Befehlen aus Brüssel”, hieß es. Die EU hatte bereits im Juni erklärt, solange es keinen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine gebe, solle es keine normale Teilnahme Russlands an internationalen Sport- und Kulturveranstaltungen geben.