Russland und Ukraine setzten gegenseitige Angriffe fort
Russland und die Ukraine haben ihre gegenseitigen Angriffe auch in der Nacht auf Freitag fortgesetzt. Bei einem russischen Drohnenangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew wurden sechs Menschen getötet, Dutzende verletzt. Bei schweren ukrainischen Drohnenangriffen auf mehrere russische Regionen wurden Behördenangaben zufolge mindestens zwei Menschen getötet und weitere verletzt. In Belgorod starb bei den Angriffen laut Einsatzzentrale ein Zivilist, einer wurde verletzt.
In der russischen Region Uljanowsk wurden laut örtlichen Angaben acht Menschen verletzt, darunter ein Kind. Im Gebiet Rostow beschädigte ein ukrainischer Angriff die Ölraffinerie Nowoschachtinsk, wie der örtliche Gouverneur mitteilte. Dort habe die Luftabwehr in der Nacht etwa 50 Drohnen abgefangen.
Außerdem zerstörte die russische Luftabwehr über der Region Woronesch 88 Drohnen, vier Menschen wurden verletzt. Dies gab der Gouverneur Alexander Gussew bekannt. Außerdem meldete der Gouverneur der Region Perm einen Angriff auf einen Industriebetrieb.
Explosion in Kiew
Unterdessen griffen die russischen Streitkräfte nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau mehrere Ziele in der Ukraine an. Die Armee habe in der Nacht ukrainische Rüstungsbetriebe, Logistikzentren und Schiffe mit Drohnen attackiert, teilte das Ministerium mit. Getroffen worden seien unter anderem ein Montage- und Lagerplatz für Drohnen in der Region Kiew, Logistikzentren in der Region Odessa sowie die Hafeninfrastruktur in Reni.
Durch Einschläge russischer Drohnen unter anderem in einem Bürogebäude in Kiew wurden nach Behördenangaben mindestens sechs Menschen getötet. Rund zwei Dutzend seien verletzt worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko auf der Plattform Telegram mit. Drei der Leichen wurden demnach auf einem Parkplatz vor dem Bürohaus gefunden. Ein Brand sei gelöscht worden.
Später bestätigte der IT-Dienstleister Datagroup Schäden an einem Gebäude des Unternehmens. Mitarbeiter seien nicht verletzt worden. Die Dienste liefen über eine Reserveinfrastruktur weiter, Kundendaten seien gesichert. Bereits an den Vortagen wurden Datenzentren mit Drohnen angegriffen. Mehrere Internetanbieter informierten über kurzzeitige Probleme.
Die Ukraine arbeitet noch an einer wirksamen Abwehr gegen die von Russland weiterentwickelten schnellen Shahed-Drohnen mit Düsenantrieb. Nach den nächtlichen russischen Luftangriffen wurde ein weiterer Toter aus Odessa gemeldet.