Schrattenberg und Allentsteig gelten als Katastrophengebiete

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In Niederösterreich sind nach den Unwettern der vergangenen Tage zwei Orte zu Katastrophengebieten ausgerufen worden. Schrattenberg bei Poysdorf im Bezirk Mistelbach und Allentsteig (Bezirk Zwettl) wurden nach Angaben vom Samstag von den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften so eingestuft, die Aufräumarbeiten liefen am Samstag auf Hochtouren. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) sagte den beiden Bürgermeistern telefonisch die volle Unterstützung der Bundesregierung zu.

In Allentsteig waren am Donnerstagabend mehr als 300 Hausdächer von bis zu fünf Zentimeter großen Hagelkörnern beschädigt worden. Fast 500 Einsatzkräfte der freiwilligen Feuerwehren aus der näheren Umgeben, die im Dauereinsatz stehen, wurden am Samstag von drei Zügen des Katastrophenhilfsdienstes aus den Bezirken Waidhofen a. d. Thaya und Zwettl unterstützt.

Das Bundesheer war bereits am Freitag seitens der Gemeinde zu einem Assistenzeinsatz angefordert worden. Am Samstag waren u.a. 14 Soldaten des Pionierbataillons 3 aus Melk mit technischem Gerät sowie zwei zivilen Bedienstete des Truppenübungsplatzes Allentsteig im Einsatz.

Einen Besuch stattete der Waldviertler Stadt am Nachmittag Verteidigungsministerin Klaudia Tanner gemeinsam mit Landesrat Ludwig Schleritzko (beide ÖVP) ab. Tanner sprach von einer „katastrophalen Situation“, die sich „beim Blick rundherum“ offenbare. „Die Feuerwehr hat Großartiges geleistet“, lobte sie. Der Assistenzeinsatz des Bundesheeres dürfte laut der Ministerin noch über das Wochenende hinaus andauern.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) nahm indes telefonisch zu den Bürgermeistern von Allentsteig (Johann Bauer) und Schrattenberg (Jürgen Koppensteiner) auf, um sie der vollen Unterstützung der Bundesregierung zu versichern. „Die Ausmaße der Zerstörungen durch den Hagel sind enorm. Als Bundesregierung stehen wir den Betroffenen zur Seite und werden überall wo es möglich ist versuchen, die Not der betroffenen Bewohner zu lindern, das konnte ich auch den beiden Bürgermeistern direkt zusagen“, teilte Kurz der APA am Samstagabend mit.

Schrattenberg wurde nach dem Hagelunwetter vom Donnerstag am Freitag erneut arg gebeutelt. Registriert wurden starke Regenfälle, viele Gebäude ohne intakte Dachkonstruktion wurden in der 834 Einwohner zählenden Gemeinde im Weinviertel überflutet. Für Bewohner wurde ein Notquartier in der örtlichen Volksschule eingerichtet. Fünf Feuerwehren kämpften mit mehreren Fahrzeugen gegen die Wassermengen an, berichtete Claus Neubauer vom Bezirkskommando Mistelbach. Gezählt wurden bis spät in die Nacht hinein etwa 110 Einsatzstellen.

Die Aufräumarbeiten werden die Helfer wohl zumindest das gesamte Wochenende hinweg beschäftigen. Am Samstag wurden Spezialgeräte der Feuerwehr – u.a. zwei Teleskopmastbühnen und ein Telelader – nach Schrattenberg verlegt. Angefordert wurde weiters eine Höhenrettungsgruppe.