Schwere Unwetter in Süditalien

10.10.2026 • 10:58 Uhr

Heftige Unwetter haben den Süden Italiens am Samstag erneut getroffen. In Sizilien, großen Teilen Kalabriens sowie in Gebieten Kampaniens und Apuliens gilt die zweithöchste Warnstufe Orange. Starkregen führte zu Überschwemmungen, Erdrutschen und Verkehrsbehinderungen. In Melito di Porto Salvo in Kalabrien wurden Straßen von Schlamm und Geröll bedeckt. Auch in Neapel, Pozzuoli und Giugliano sowie auf den Liparischen Inseln wurden Schäden gemeldet.

Besonders schwer betroffen ist die Gemeinde Melito di Porto Salvo in Kalabrien. Nach heftigen nächtlichen Regenfällen wurden Straßen überschwemmt und mit Schlamm und Trümmern bedeckt. Einsatzkräfte des Zivilschutzes, der Feuerwehr und der Polizei waren vor Ort. Der Ort sei stark betroffen, sagte Bürgermeister Tito Nastasi gegenüber Medien. In der Nacht habe eine regelrechte Sturzflut die Gemeinde getroffen. Fahrzeuge seien bis ins Meer gespült worden, zudem seien Mauern eingestürzt. Straßen seien teilweise nicht mehr passierbar.

Überschwemmungen und Erdrutsche in Kampanien

Auch die Region Kampanien war von den Unwettern betroffen. Aus Neapel, Pozzuoli und Giugliano wurden Überschwemmungen, Erdrutsche, umgestürzte Bäume und Stromausfälle gemeldet. Auf der Insel Lipari im Archipel der Äolischen Inseln vor Sizilien verursachte ein nächtliches Gewitter erhebliche Schäden. Dutzende Wohnungen wurden überflutet, Autos blieben im Schlamm stecken. Am Hafen von Sottomonastero wurden Fahrzeuge im überfluteten Bereich eingeschlossen.

Tornados richteten schwere Schäden auf Sizilien an

Bereits am Freitag hatten Tornados den Westen Siziliens getroffen. Besonders belastet waren Marsala sowie die benachbarten Orte Petrosino und Mazara del Vallo. Fahrzeuge wurden umgeworfen, Gebäude beschädigt und ein Wohnhaus zerstört. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, nachdem sie während des Tornados mit ihrem Auto unterwegs gewesen waren. An einer Schule in Marsala wurden Fenster zerstört und Teile einer Decke beschädigt. Auch Strommasten stürzten um.

Der Leiter des sizilianischen Zivilschutzes, Salvatore Cocina, sprach von einem nahezu beispiellosen Ereignis für die Mittelmeerinsel. Die Stärke des Wirbelsturms sei mit einem Tornado vergleichbar gewesen, wie man ihn aus den USA kenne. Cocina verwies zudem auf den Zusammenhang zwischen der Klimakrise und der zunehmenden Bedeutung extremer Wetterereignisse. Nach einem ungewöhnlich heißen Sommer hatte der Zivilschutz bereits Anfang September vor möglichen Extremwetterlagen im Herbst gewarnt. Siziliens Regionalpräsident Renato Schifani kündigte Sondermittel zur Bewältigung der Schäden an.

Nach Angaben der Wetterdienste führt ein Tiefdruckgebiet über dem südlichen Tyrrhenischen Meer warme, feuchte Luft aus Nordafrika nach Süditalien, ins südliche Latium und an die mittlere Adriaküste. Dadurch werden verbreitete und teils ergiebige Niederschläge erwartet. Da die Böden vielerorts bereits durch die Regenfälle der vergangenen Tage gesättigt sind, besteht weiterhin die Gefahr von Überschwemmungen und Erdrutschen.