Staatsopernair lockte wieder Tausende an die frische Luft

07.09.2026 • 05:00 Uhr
Staatsopernair lockte wieder Tausende an die frische Luft

Und schon ist es so etwas wie eine Wiener Tradition: Die Staatsoper hat am Sonntagabend bereits zum zweiten Mal zum Saisonauftakt zum musikalischen Frischluftschnuppern unter dem Titel Opernair in den naheliegenden Burggarten geladen – und die Musikfreunde folgten dem Ruf. Nachdem man heuer die gesamte Gartenanlage in Beschlag nehmen konnte, bot man bei freiem Eintritt nunmehr 12.000 statt 7.000 Menschen Raum, um die neue Spielzeit würdig einzuläuten.

Staatsopern-Direktor Bogdan Roščić persönlich gestaltete gemeinsam mit ORF III-Kulturdoyenne Barbara Rett die Doppelconférence zur Rahmung eines Arien-Bauchladens aus den 48 Werken, die heuer am Saisonprogramm stehen. Vor der dezent beleuchteten Neuen Hofburg gaben sich Liebesschwüre, Rachegelüste, Freundschaftsoden und Gralserzählungen die Klinke in die Hand. So ging es auf den Wogen der Musik zum stilistischen wie emotionalen Wellenritt von Rossinis “Tell”-Ouvertüre über Wagners “Meistersinger” bis zu Tschaikowskys “Pique Dame”.

Grigorian wieder als Carmen erlebbar

Superstar Asmik Grigorian gab nach ihrem Salzburger Rollendebüt auch in Wien die “Carmen”, Piotr Beczała schmetterte ein mächtiges “Nessun Dorma” ins Rund, Ludovic Tézier konnte seinen satt-sämigen Bariton unter anderem mit einer Arie aus Verdis “Macbeth” unter Beweis stellen, und Juan Diego Flórez präsentierte mit “Ah! Mes amis” aus Donizettis “La fille du régiment” eine seiner frühen Glanzpartien.

Axel Kober hatte das Dirigat aus familiären Gründen abgeben müssen, und so war die verlässliche Allzweckwaffe Marco Armiliato eingesprungen und hielt nun die stilistische Pluralität beieinander. Dabei traten – bis auf das Ballett – alle künstlerischen Gewerke des Hauses zum Schaulaufen an, weshalb nicht nur der Chor und das Ensemble, sondern auch die jungen Mitglieder der Opernschule ihren umjubelten Auftritt hatten.

Wer weiß, wer weiß …

Und wer weiß, wer weiß, vielleicht wird im kommenden Jahr ja auch das Tanzbein auf der Burggarten-Bühne geschwungen – sollte es das Opernair dann wieder geben. Auch wenn man in der Staatsoper offiziell darauf verweist, dass eine etwaige neuerliche Auflage noch an organisatorischen und finanziellen Fragen hänge, dachte Roščić auf der Bühne bereits laut über eine mögliche Einbindung des Staatsballetts 2027 nach. Wie gesagt: Es ist schon eine kleine Tradition …

(Von Martin Fichter-Wöß/APA)

(S E R V I C E – )