Tiroler Wintersaison mit Plus, Nahmärkte im Sommer wichtiger

23.04.2026 • 12:49 Uhr
Tiroler Wintersaison mit Plus, Nahmärkte im Sommer wichtiger

Die noch nicht ganz beendete Tiroler Wintersaison 2025/2026 weist vorerst ein klares Plus auf. Im Zeitraum November bis März stiegen die Nächtigungen gegenüber dem Jahr davor um 2,8 Prozent auf 24,7 Millionen. Die Ankünfte legten um 3,9 Prozent auf 5,7 Millionen zu. Sorgenkind war der “sehr schwierige März”. In den Sommer blickten die Touristiker trotz verhaltener Buchungen positiv und sahen wegen aktueller Krisen eine höhere Relevanz der Nahmärkte.

Die Wintersaison, die offiziell noch bis Ende April andauert, sei eine “sehr stabile” gewesen, wie Tourismus- und Wirtschaftslandesrat Mario Gerber (ÖVP) am Donnerstag bei der Bilanzpressekonferenz in Innsbruck ausführte. Neben dem Plus bei Gästezahlen und Nächtigungen habe es auch hinsichtlich der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer mit einem nur geringfügigen Rückgang um 0,1 Tage auf 4,3 Tage ebenfalls “Konstanz und Kontinuität” gegeben, sagte Gerber. Insgesamt sei der Tourismus damit für Tirol ein gewaltiger Wirtschaftsmotor: “Der Tourismus sorgt direkt und indirekt für eine Wertschöpfung von 10,2 Mrd. Euro.”

Stabile Wintersaison, “sehr schwieriger” März

Gegen Ende der Wintersaison sei es jedoch “sehr schwierig” geworden, führte Gerber aus und spielte auf den herausfordernden März an. “Mit vier Monaten Saison ist es einfach nicht getan”, meinte der ÖVP-Politiker und betonte beispielsweise, dass der “Sonnenskilauf im März” noch besser platziert werden müsse. Dem schloss sich auch Tirol-Werbung-Geschäftsführerin Karin Seiler an: “Für März und April braucht es eine Potenzialanalyse.” Fakt sei aber jedenfalls, dass sich der Fokus der Tirol-Gäste aktuell zunehmend “in Richtung Kernmonate Dezember bis Februar” verschiebe, beschrieb sie die Ist-Situation.

Konstant und nicht von Verschiebungen geprägt zeigte sich indes im Winter die Nachfrage nach Tirol-Urlaub aus den Nahmärkten. So hätten Gäste aus Deutschland mit 12,4 Mio. Nächtigungen (plus 3,1 Prozent) weiterhin rund die Hälfte des gesamten Nächtigungsvolumens in der Wintersaison ausgemacht, präzisierte Seiler. Dahinter rangierten die Niederlande mit 3,8 Mio. Nächtigungen (plus 0,3 Prozent) und der heimische Markt Österreich mit 1,6 Mio. Nächtigungen (plus 2,2 Prozent) zu liegen.

Stornierungen aus Israel und arabischem Raum

Auf diesen Lorbeeren dürfe sich Tirol aber nicht ausruhen, betonten die Touristiker unisono im Hinblick auf die kommende Sommersaison und künftige Wintersaisonen. “Für den Sommer gab es bereits Stornierungen aus Israel und dem arabischen Raum”, nahm auch Alois Rainer, Spartenobmann Tourismus- und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Tirol, Bezug auf die derzeitigen “Verwerfungen”. Der Sommer werde somit von Kurzfristigkeit geprägt sein sowie noch mehr Gäste aus den Nahmärkten bringen, prognostizierte Rainer eine zunehmende Wichtigkeit von österreichischen Tirol-Urlaubern sowie jenen aus den Nachbarländern.

Dem schloss sich auch Seiler an: “Die Gäste aus den Nahmärkten wie etwa Tirol selbst, Bayern, Wien und der Schweiz werden dadurch noch wichtiger.” Tirol sei nämlich “klar, sicher und nah”, strich die oberste Werberin die Vorzüge des Bundeslandes heraus, dessen Markenauftritt nach außen sie als Geschäftsführerin derzeit maßgeblich mitverantwortet.

Leichte Zurückhaltung bei Sommerbuchungen

Die generelle Buchungslage den kommenden Sommer betreffend, sei bisher von einer “leichten Zurückhaltung” im Buchungsverhalten geprägt, konstatierte indes Gerber. Letzteres wohl auch wegen “geopolitischer Herausforderungen”.

Das “Leid im Iran” sei bereits im Winter leicht beim veränderten Urlaubsverhalten und zum Teil beim Ausbleiben der Gäste aus dem arabischen Raum und Israel bemerkbar gewesen. Auch sei zu für den Sommer zu erwarten, dass Tiroler verstärkt im eigenen Land blieben und dieses “noch mehr für sich entdecken”, ortete Gerber auch dahingehend Chancen für eine positive Entwicklung.

Geschäftsführer-Posten der Tirol Werbung wird im Sommer ausgeschrieben

Offen blieb unterdessen, wie es an der Spitze der Tirol Werbung personell weitergeht. Die Geschäftsführer-Position wird im Sommer neu ausgeschrieben, wie Gerber mit Blick auf das Auslaufen des Vertrages von Seiler im kommenden Jahr bestätigte: “Das ist ein normaler Vorgang in Landesunternehmen und passiert hier alle fünf Jahre”, meinte er dazu. Man werde sich im Zuge dessen aber auch die Frage stellen, “was die Kernaufgabe der Tirol Werbung ist”, fügte der Landesrat hinzu.

Ob sich Seiler neuerlich bewirbt, wollte diese auf Nachfrage nicht mit “Ja” oder “Nein” beantworten. Sie habe in einem Statement gegenüber der “Tiroler Tageszeitung” vor einer Woche “alles gesagt” und dies sei “weiterhin gültig”, meinte sie. Dort hatte sich die Geschäftsführerin abwartend gegeben. Sie wolle “zunächst einmal die exakte Ausschreibung abwarten” und könne erst “dann eine Entscheidung treffen”.