Tote Studentin in Tirol: Mordprozess wird fortgesetzt

22.10.2026 • 21:30 Uhr
Tote Studentin in Tirol: Mordprozess wird fortgesetzt

Der Prozess gegen einen 42-Jährigen, der sich im Fall einer im Jahr 2005 erstochenen 19-jährigen niederösterreichischen Studentin bereits am Montag wegen des Verdachts des Mordes am Landesgericht Innsbruck hatte verantworten müssen, wird am Freitag fortgesetzt. Am ersten Verhandlungstag beteuerte der Angeklagte vehement, teils unter Tränen, seine Unschuld. Am Freitag soll schließlich ein Urteil fallen.

Dem ehemaligen Studienkollegen, der seit langem in Australien lebt, wird vorgeworfen, die 19-Jährige in den frühen Morgenstunden des 23. Juni 2005 durch zwei wuchtige Messerstiche in Brust und Rücken getötet zu haben. Ein Pensionist fand die blutüberströmte Leiche der jungen Frau, die zuvor – wie auch der Angeklagte – eine Studenten-Party besucht hatte, vor einer Telefonzelle im Innsbrucker Rapoldipark vor.

Am Freitag wird zunächst über Zulassung oder Abweisung von Beweisanträgen des Verteidigers entschieden werden. Bei Abweisung der Anträge stünden die Schlussplädoyers, die Beratung der Geschworenen und schließlich das Urteil am Programm. Der Angeklagte hatte am Montag erklärt, dass er “mit der Sache absolut nichts zu tun hat”. Die Verhandlung drehte sich vor allem um die Aussage- und Beweiskraft von DNA-Spuren. Staatsanwältin Adelheid Steiner sprach davon, dass DNA-Spuren des Angeklagten mit “hoher Wahrscheinlichkeit” am Tatort gesetzt worden seien. Verteidiger Mathias Kapferer hielt dagegen: Es gebe angesichts der gemeinsamen Feier zuvor viele Möglichkeiten, wie diese Spuren an eine abgelegte Zigarette, das Fahrrad der Frau oder an deren Kleidung gekommen sein könnten. Die Sachverständige hielt dazu fest, dass zwar diverse DNA-Spuren des Angeklagten an und bei der Getöteten gefunden worden seien, sie aber nicht sagen könne, “dass irgendeine Spur am Tatort entstanden sein muss”. Im Falle einer Verurteilung drohte dem Angeklagten bis zu lebenslange Haft.