Touristin verstreut Asche im Markusbecken von Venedig

16.06.2026 • 08:36 Uhr

Eine Touristin hat die Asche eines Verstorbenen im Markusbecken in Venedig verstreut und damit für Empörung gesorgt. Der Vorfall wurde von Passagieren eines Vaporetto, dem öffentlichen Wasserbus der Lagunenstadt, gefilmt. Das Video verbreitete sich innerhalb weniger Stunden in den sozialen Netzwerken und beschäftigt nun die Behörden.

Die Frau öffnete demnach während der Überfahrt zwischen dem Markusplatz und der Insel San Giorgio Maggiore einen Beutel und entleerte dessen Inhalt über der Reling ins Wasser. Augenzeugen gingen davon aus, dass es sich dabei um die Asche eines Verstorbenen handelte. “Bist du fertig?”, fragte ein venezianischer Fahrgast empört, bevor die Aufnahme endet. Eine offizielle Bestätigung, dass die Frau Asche verstreut hat, liegt bisher jedoch nicht vor.

Strenge Regeln für Verstreuung von Asche

Der Vorfall löste insbesondere unter Einwohnern Venedigs heftige Reaktionen aus. In sozialen Netzwerken wurde neben der Wahl des Ortes vor allem die Missachtung der geltenden Vorschriften kritisiert. In der Region Venetien ist die Verstreuung von Asche gesetzlich geregelt und nur an bestimmten Orten zulässig.

Dazu zählen unter anderem eigens ausgewiesene “Gärten der Erinnerung” auf den Friedhöfen von San Michele, Mestre und Marghera sowie Privatgrundstücke außerhalb geschlossener Ortschaften mit Zustimmung des Eigentümers. In natürlichen Gebieten ist eine Ascheverstreuung lediglich an wenigen festgelegten Stellen erlaubt, etwa im Adriatischen Meer in mindestens 700 Metern Entfernung von der Küste oder in einem ausgewiesenen Bereich der nördlichen Lagune hinter dem Friedhof San Michele.

Behördliche Genehmigung Voraussetzung

Voraussetzung für eine solche Zeremonie ist eine behördliche Genehmigung auf Grundlage des dokumentierten Willens des Verstorbenen. Zudem muss die Durchführung anschließend den zuständigen Behörden gemeldet werden.

Das Markusbecken gehört nicht zu den genehmigten Orten für Ascheverstreuungen. Sollte sich bestätigen, dass die Touristin tatsächlich die Asche eines Verstorbenen ins Wasser geschüttet hat, droht ihr eine empfindliche Geldstrafe. Die Behörden haben Ermittlungen aufgenommen. Unterdessen wird in sozialen Netzwerken über die Identität der Frau spekuliert.