Trump trotz Warnungen aus Tech-Branche gegen KI-Regulierung

28.09.2026 • 05:47 Uhr
Trump trotz Warnungen aus Tech-Branche gegen KI-Regulierung

US-Präsident Donald Trump hält trotz eindringlicher Warnungen von Experten an einem rasanten Ausbau der Künstlichen Intelligenz (KI) fest. Ein Abbremsen der Entwicklung würde China in die Hände spielen, sagte Trump am Sonntag (Ortszeit) dem Sender Fox News. Er bestätigte zugleich ein für den Abend geplantes Treffen mit Dario Amodei, dem Chef des KI-Entwicklers Anthropic. Die USA hätten derzeit einen Vorsprung von etwa eineinhalb Jahren vor China, erklärte Trump.

Er fügte hinzu: “Wir sind führend und bauen gewaltige Anlagen im Wert von Billionen von Dollar. Warum sollten wir das aufgeben?” Sorgen über außer Kontrolle geratene KI-Programme wies er zurück.

Neben Amodei drängen auch andere prominente Technologie-Vertreter auf schärfere Regeln. Microsoft-Mitgründer Bill Gates äußerte in der NBC-Sendung “Meet the Press” den Wunsch, sich ebenfalls mit Trump zu treffen. KI sei mächtig genug, um Ereignisse auszulösen, die eine Milliarde Menschen das Leben kosten könnten, warnte Gates in veröffentlichten Auszügen des Interviews. Die Politik müsse sich in die Diskussion über Überwachung und Sicherheitsvorkehrungen einschalten. Trumps frühere Äußerungen, wonach die Sorgen über KI ein Schwindel seien, wies Gates zurück.

Mehrere besorgniserregende Punkte

Die Debatte über staatliche Eingriffe hatte im Juli an Fahrt aufgenommen, nachdem ein autonomes KI-Programm von OpenAI bei einem Sicherheitstest eigenständig ein anderes Unternehmen gehackt hatte. Zudem fordern die Chefs mehrerer Anthropic-Rivalen wie OpenAI, Google DeepMind, Microsoft und xAI eine Verlangsamung der Entwicklung. Forscher warnten zuletzt vor existenziellen Gefahren: Der ehemalige Anthropic-Mitarbeiter Jacob Coxon warnte, KI könne bis Ende des Jahrzehnts die Menschheit auslöschen, was US-Gesetzgeber zu Rufen nach neuen Regeln veranlasste. Der leitende Anthropic-Wissenschafter Evan Hubinger schloss sich dem an und bezifferte die Wahrscheinlichkeit für ein solches Ereignis im nächsten Jahrzehnt auf mehr als zehn Prozent.