Verkäufer von “Suizid-Sets” bekannte sich in Kanada schuldig

29.05.2026 • 17:47 Uhr
Verkäufer von "Suizid-Sets" bekannte sich in Kanada schuldig

Ein Kanadier, der im Internet “Suizid-Sets” verkauft und so den Tod von zahlreichen Menschen verursacht haben soll, hat sich in 14 Anklagepunkten schuldig bekannt. “Ich bekenne mich schuldig”, sagte Kenneth Law, ein 60-jähriger ehemaliger Koch, am Freitag vor einem Gericht in Newmarket in der Provinz Ontario. Der Angeklagte hatte Hunderte von Paketen mit Natriumnitrit verschickt – einer legalen Substanz, die ab einer bestimmten Dosis tödlich sein kann.

Nach Angaben der kanadischen Polizei hatte Law von 2020 bis zu seiner Festnahme im Jahr 2023 mehr als 1.200 sogenannte Suizid-Sets an Empfänger in etwa 40 Ländern verschickt. Ihm wird zudem vorgeworfen, mehrere Onlineforen betrieben zu haben, in denen er jungen Menschen in Not Ratschläge zum Suizid gab. Die bekannt gewordenen Einzelheiten dazu lösten öffentlich Empörung aus.

In Kanada steht Laws Handeln in Verbindung mit dem Tod von 14 Menschen, die zwischen 16 und 36 Jahre alt waren. Im Ausland soll es noch viele weitere Fälle geben. In seinem Heimatland sah sich Law nun 14 Anklagen wegen Mordes sowie weiteren 14 Anklagen wegen Beihilfe und Empfehlung zum Suizid gegenüber. Nach Angaben von Laws Verteidiger und den Angehörigen seiner Opfer hat die Staatsanwaltschaft die Mordanklagen zurückgezogen. Grund ist nach Angaben des Rechtsprofessors Robert Currie von der Dalhousie-Universität in Halifax eine Rechtslücke. Im Gegenzug sollte sich Law bei den weniger schweren Straftaten schuldig bekennen. Rechtsexperten betonten, dass die Anstiftung zum Suizid ein schweres Verbrechen ist und Law eine Haftstrafe von zehn bis 20 Jahren drohen könnte.