Yellow September zur psychischen Gesundheit beginnt

09.09.2026 • 11:08 Uhr

Unter dem Begriff Yellow September wird auch heuer wieder auf das Thema psychische Gesundheit aufmerksam gemacht. Mehr als 100 beteiligte Organisationen und 80 Veranstaltungen sollen das Krankheitsbild sichtbarer machen, teilte die Gesundheit Österreich GmbH am Mittwoch der APA mit. Der Schwerpunkt 2026 liegt auf Einsamkeit und sozialer Verbundenheit. Den Auftakt des Yellow September bildet der Welttag der Suizidprävention am 10. September.

Das Ende des Aktionszeitraums markiert der Welttag der psychischen Gesundheit am 10. Oktober. Das Thema Einsamkeit soll durch die Projekte besser verstanden, enttabuisiert und durch mehr Begegnung, Teilhabe und soziale Verbundenheit reduziert werden, wurde erläutert. “Einsamkeit kann jede und jeden von uns treffen – unabhängig von Alter oder Lebenssituation. Oft bleibt sie unsichtbar, obwohl sie das Wohlbefinden und die psychische Gesundheit stark beeinträchtigen kann”, betonte Gesundheitsministerin Korinna Schumann (SPÖ).

Junge besonders betroffen

“Wir alle können etwas beitragen: mit einem Gespräch, einem offenen Ohr oder einer kleinen Geste. Ich lade alle Menschen in Österreich ein: Machen Sie mit und setzen wir gemeinsam ein Zeichen für soziale Verbundenheit und ein starkes Miteinander”, empfahl Schumann. Rund elf Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren berichten, sich immer oder meist einsam zu fühlen. Bei den 16- bis 24-Jährigen ist es rund jede fünfte Person. Das zeigen Auswertungen der GÖG auf Basis des Panels Gesundheitsförderung vom Juni 2026.

“Einsamkeit ist mehr als das vorübergehende Gefühl, allein zu sein. Wenn sie länger anhält, kann sie das Wohlbefinden und die Gesundheit beeinträchtigen. Die Daten zeigen, dass besonders junge Menschen betroffen sind. Prävention bedeutet deshalb, soziale Verbundenheit zu stärken, niedrigschwellige Begegnungen zu schaffen und bestehende Angebote besser sichtbar zu machen”, erläuterte GÖG-Geschäftsführer Herwig Ostermann.

Vielfältiges Programm

Im Rahmen des Yellow September werden beispielsweise öffentliche Gebäude gelb beleuchtet und in Kärnten laden gelbe Parkbänke unter dem Motto “Nimm Platz! Reden hilft. Zuhören auch.” zu Begegnung und Austausch ein. In Innsbruck bringt ein “Walk & Talk gegen Einsamkeit” Menschen bei einem gemeinsamen Spaziergang entlang des Inns miteinander ins Gespräch. In Salzburg eröffnet ein Nachbarschaftscafé als neuer Ort für Begegnung und soziale Teilhabe. In Wien werden der Papageno-Medienpreis für suizidpräventive Berichterstattung verliehen und der “Tag der Psychologie” im Rathaus veranstaltet.

Forderung nach Maßnahmen für ältere Menschen

Anlässlich des Welttags der Suizidprävention meldete sich auch der Pensionistenverband Österreich (PVÖ) zu Wort und fordert mehr Aufmerksamkeit und konkrete Maßnahmen für die psychische Gesundheit älterer Menschen. Denn die Zahlen würden klaren Handlungsbedarf aufzeigen: 2024 starben hierzulande 1.219 Menschen durch Suizid, 972 Männer und 247 Frauen. Und die Gefahr steige mit zunehmendem Alter deutlich an: Bei den 75- bis 79-Jährigen sei das Suizidrisiko mehr als doppelt so hoch wie im Bevölkerungsschnitt. Ab 85 Jahren ist es sogar knapp fünf Mal so hoch.

“Diese Zahlen sind ein deutlicher Auftrag zum Handeln. Gerade im Alter können Einsamkeit, gesundheitliche Einschränkungen, der Verlust nahestehender Menschen oder das Gefühl, nicht mehr gebraucht zu werden, zu schweren Krisen führen. Niemand darf damit allein gelassen werden”, sagte Birgit Gerstorfer, Präsidentin des PVÖ.

Mehr Prävention und niederschwellige Hilfe gewünscht

Der PVÖ fordert nun deshalb, aktiv Alterseinsamkeit zu bekämpfen und mehr Räume für Begegnung und gesellschaftliche Teilhabe zu schaffen. Zugleich brauche es einen niederschwelligen, flächendeckenden und leistbaren Zugang zu psychosozialer Beratung und professioneller Hilfe, auch anonym. Der Verband bietet seinen Mitgliedern selbst kostenlose Lebensberatung an. Zudem gibt es eine gemeinsam mit dem Kriseninterventionszentrum herausgebrachte Broschüre zu “Ich will so nicht mehr weiterleben” – Die Herausforderungen des Älterwerdens meistern”. Die Broschüre ist online sowie kostenlos in den PVÖ-Landesorganisationen erhältlich.

(S E R V I C E – Alle Veranstaltungen und weitere Informationen: Sie sind in einer verzweifelten Lebenssituation und brauchen Hilfe? Sprechen Sie mit anderen Menschen darüber. Hilfsangebote für Personen mit Suizidgedanken und deren Angehörige bietet das Suizidpräventionsportal des Gesundheitsministeriums. Unter finden sich Kontaktdaten von Hilfseinrichtungen in Österreich. Infos für Jugendliche gibt es unter .)