Zugsunglück von Viareggio – Österreicher verurteilt

26.06.2026 • 08:21 Uhr
Zugsunglück von Viareggio - Österreicher verurteilt

Die Urteile im Zusammenhang mit dem Zugsunglück von Viareggio im Juni 2009 mit 32 Toten sind rechtskräftig. Italiens Oberstes Gericht wies am Donnerstagabend die Einsprüche der Angeklagten zurück und bestätigte die fünfjährigen Haftstrafen gegen den Ex-Chef der Staatsbahn Ferrovie dello Stato (FS) und des Schienennetzbetreibers RFI sowie zehn weitere Angeklagte, darunter zwei österreichische Bahnmanager.

Das Verfahren zieht sich seit 17 Jahren hin. Das Oberste Gericht in Rom hatte im Jänner 2024 zwar die im Jahr 2022 zweitinstanzlichen Strafen für die Angeklagten bestätigt, angeordnet wurde jedoch ein neuer Berufungsprozess in Florenz. Dabei ging es lediglich um die strafmildernden Umstände, die den Angeklagten gewährt wurden.

Strafen wegen fahrlässiger Tötung und Auslösung einer Brandkatastrophe

Der Ex-Chef der in Wien ansässigen Firma GATX Rail Austria GmbH – Eigentümerin des in Viareggio entgleisten und explodierten Kesselwaggons – wurde 2022 zu fünf Jahren und vier Monaten verurteilt. Jener Manager, der zum Zeitpunkt des Unglücks für die Flotte der Cargozüge von GATX Rail Austria zuständig war, erhielt dagegen fünf Jahre und sechs Monate Haft. Beide Strafen wurden am Donnerstagabend vom Obersten Gericht bestätigt.

Die Angeklagten, darunter auch einige deutsche Bahnmanager, wurden wegen fahrlässiger Tötung und Auslösung einer Brandkatastrophe verurteilt. Einigen von ihnen wurde auch vorgeworfen, Sicherheitsvorschriften verletzt zu haben. Die Angehörigen der Opfer begrüßten das Urteil.

Am 29. Juni 2009 war der Güterzug in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs von Viareggio entgleist, woraufhin einer der mit Flüssiggas gefüllten Tankwaggons explodierte. Die Detonation und der anschließende Großbrand richteten im Zentrum der Stadt schwere Schäden an. Rund 1.000 Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden. Häuser stürzten ein, Autos gingen in Flammen auf. Die Unfallursache war möglicherweise ein Defekt an einem Rad. Es war das schwerste Bahnunglück in Italien seit mehr als 20 Jahren.