Tierarzt unter Tierquälerei-Verdacht: Opposition drängt auf Klärung der Vorwürfe

Nach NEUE-Recherche zeigt sich Neos-Abgeordnete Lackner “zutiefst beunruhigt” über Ausmaß der Vorwürfe. Grünen-Chef Zadra und SPÖ-Tierschutzsprecher Einwallner machen Druck auf Landesregierung.
Der Fall jenes Vorarlberger Tierarztes, der mutmaßlich bei Nacht mit wüsten Beschimpfungen und Schlägen auf seine Kühe losgegangen sein soll, wird zum Politikum. Infolge der NEUE-Recherchen zum Fall fordern Grüne, SPÖ und Neos Aufklärung und machen Druck auf die Zuständigen im Landhaus.
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Grünen-Klubobmann Daniel Zadra zeigt sich entsetzt über die Vorwürfe und sieht Tierschutzlandesrätin Martina Rüscher (ÖVP) in der Pflicht, für Aufklärung zu sorgen. „Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, haben wir es mit einer absolut inakzeptablen und grauenhaften Form der Tierquälerei zu tun. Eine derartige Viehhaltung hat in unserem Land keinen Platz“, betont der Fraktionschef und Tierschutzsprecher der Grünen. Von der Standesvertretung der Bauern, der Landwirtschaftskammer, erwartet Zadra, „Klartext zu sprechen.“ Er erklärt in der zugehörigen Aussendung: „Wer so mit Tieren umgeht, sollte keine Verantwortung für Lebewesen tragen dürfen. Es braucht hier klare Grenzen.“

Neos-Landtagsabgeordnete und Tierschutzsprecherin Fabienne Lackner ordnet die im NEUE-Bericht geschilderten Vorfälle und die vorliegenden Aufnahmen als „zutiefst beunruhigend“ ein. „Wer beruflich für die Gesundheit und das Wohlergehen von Tieren verantwortlich ist, trägt eine besondere Verantwortung. Genau deshalb wiegen diese Vorwürfe so schwer. Deshalb müssen sie lückenlos aufgeklärt werden“, betont Lackner in einer Aussendung.

SPÖ-Tierschutzsprecher Reinhold Einwallner schließt sich der Forderung nach einer lückenlosen Aufklärung an: „Gerade von einem Tierarzt darf man einen besonders verantwortungsvollen Umgang mit Tieren erwarten. Gleichzeitig gilt selbstverständlich die Unschuldsvermutung. Entscheidend ist jetzt, dass die Vorwürfe unabhängig geprüft und das Wohl der Tiere sichergestellt wird.“ Dass bereits mehrere Meldungen des Betriebs bei den Behörden eingegangen sein sollen, wirft für den Landtagsabgeordneten Fragen auf: „Wenn diese Angaben stimmen, müssen die zuständigen Regierungsmitglieder, Christian Gantner und Martina Rüscher, offenlegen, wann welche Stelle von den Vorwürfen erfahren hat und welche Maßnahmen daraufhin gesetzt wurden. Man tut weder den Landwirten noch dem Tierschutz einen Gefallen, wenn man trotz Vorwürfen so lange abwartet, bis ein Video veröffentlicht wird.“ Man dürfe den Fall aber nicht auf die gesamte Landwirtschaft umlegen: „Die große Mehrheit unserer Bäuerinnen und Bauern geht verantwortungsvoll mit ihren Tieren um und leistet tagtäglich wichtige Arbeit. Gerade deshalb braucht es in diesem Fall eine saubere und nachvollziehbare Aufklärung. Das schützt das Tierwohl und verhindert, dass jene in Misskredit geraten, die ordentlich arbeiten“, betont Einwallner abschließend.

Den Stein ins Rollen brachte ein der NEUE zugespieltes Video, das den Tierarzt und Landwirt dabei zeigen soll, wie er im dunklen Stall lautstark eines seiner Rinder beschimpft und hörbar mit einem Gegenstand auf das Tier einschlägt. Der Mann selbst erklärte, die nächtlichen Geräusche kämen von der Ungezieferbekämpfung. Die Vorwürfe der Tierquälerei dementierte er.
Die Polizei erklärte auf Anfrage, dass Erhebungen zum Sachverhalt laufen. Landesveterinär Norbert Greber befand, das Video der vermeintlichen Tierquälerei sei „in schlechter Qualität und damit unbrauchbar, um zweifelsfrei zu klären, wer was genau macht.“ Unabhängig davon kündigte er eine Kontrolle im Betrieb des Tierarztes an.
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Für Neos-Abgeordnete Lackner darf der Fall nicht mit dem Verweis auf angeblich unbrauchbares Videomaterial abgehakt werden. Sie erklärt: „Wenn über Monate hinweg offenbar Meldungen eingehen, zuletzt Ende Juli, dann braucht es jetzt eine wirklich unabhängige und gründliche Kontrolle.“ Bis der Sachverhalt geklärt ist, müsse das Wohl der Tiere rasch sichergestellt werden.
(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)