Startschuss für die Narrenabende der Dornbirner Fasnatzunft

48. Auflage der traditionellen Faschingsveranstaltung in Dornbirn: Sechs Vorstellungen stehen im Kulturhaus auf dem Programm. Premiere steigt heute Freitag um 20 Uhr. Die NEUE war bei der Generalprobe vor Ort.
Die Dornbirner Fasnatzunft vereint Vereine aus den Dornbirner Bezirken. Mit dabei sind unter anderem die Fasnatzünfte Haselstauden, Mühlebach, Hatlerdorf, Rohrbach und Watzenegg sowie die Garde, die Narrenzunft und der Schalmeienzug Kehlegg sowie der Fanfarenzug Dornbirn.

Die Zusammenarbeit funktioniert gut, betont die Zunftmeisterin der Dornbirner Fasnatzunft, Dagmar Fenkart-Kaufmann: „Bei unseren Treffen kann jede Gruppe ihre Wünsche und Ideen einbringen. Das funktioniert wirklich super“, sagt die 69-Jährige, die heuer ihre sechste Amtszeit bestreitet. Dass der Fasching wieder mehr Menschen begeistert, ist deutlich spürbar. „Man merkt, dass das Ganze wieder etwas in Mode kommt. Davon profitieren alle – jede Gruppe für sich, aber auch die Gemeinschaft insgesamt“, so Fenkart-Kaufmann. Was die Fasnatzunft für sie ausmacht, beantwortet die Zunftmeisterin ohne Zögern: „Gemeinschaft ist einfach alles. Es ist schön, Teil einer großen Gruppe zu sein. Wir machen vieles miteinander, und das schweißt zusammen.“

Neben den Umzügen in Kehlegg und Haselstauden sowie der Stadtratentführung und Machtübernahme werden auch heuer die Narrenabende, die anfangs in der Stadthalle und seit 1994 im Kulturhaus über die Bühne gehen, das Publikum begeistern. „Die Nachfrage nach Karten ist enorm“, weiß Dagmar Fenkart-Kaufmann. Die sechs Abende seien fast ausverkauft, lediglich ein paar Restkarten sind noch erhältlich.

Die 48. Auflage wartet erneut mit einem abwechslungsreichen Programm aus Tanz, Musik und Kabarett auf. Mit dabei ist natürlich auch Hugo Nussbaumer, der den Dornbirner Fasching seit Jahrzehnten mitprägt. „Ich bin in jungen Jahren schon als Clown mitgegangen. So hat alles angefangen“, erinnert er sich. Über viele Jahre amtierte er auch als Obmann der Fasnatzunft Haselstauden.

Seit 2015 steht er bei den Narrenabenden als „Schnorrowagglar“ auf dem berühmten Fass der Dornbirner Fasnatzunft. Nach über 40 Jahren seines legendären Vorgängers Helmut Lecher alias Fasnatbutz „do Stiefelema“ war klar: Kopieren kommt nicht infrage. „Ich habe von Anfang an gesagt: Ich will nicht in Helmuts Fußstapfen treten – die waren auch riesengroß. Jemanden zu kopieren geht nicht. Ich wollte etwas Eigenes machen. Deshalb habe ich meinen eigenen Stil als ,Schnorrowagglar‘ entwickelt.“ Seine Reden schreibt er selbst, „es sind eher politische Themen“. Das ganze Jahr über ist er dafür auf Themensuche. „Die Leute kommen zu den Narrenabenden, um sich zu amüsieren. Daher ist es wichtig, dass die Reden lustig, aber nicht beleidigend sind.“

Was das Publikum bei den Narrenabenden noch erwartet? Ein bunter Abend voller Humor, Musik und Tanz. „Bei uns gibt es keinen Star. Vom jüngsten Nachwuchs bis zu den alten Hasen – alle tragen ihren Teil bei“, erklärt der 62-Jährige, der auch die Leitung der Narrenabende innehat. Die Organisation beginnt bereits im Oktober. Möglich wird das nur durch ein eingespieltes Team. „Wenn alles gut läuft, muss man gar nicht mehr viel eingreifen. Durch die Erfahrung greift alles ineinander“, so Nussbaumer. Was den Fasching für Hugo Nussbaumer besonders macht, ist nicht die Maske, sondern das Zusammensein:
„Es geht nicht darum, unerkannt zu sein. Es geht darum, gemeinsam Spaß zu haben – egal, ob man jedes Jahr dabei ist oder nur gelegentlich.“ Und wie lange will er noch weitermachen? Die Antwort kommt mit einem Lächeln: „So lange es geht. Solange die Freude da ist, mache ich weiter.“

Die Dornbirner Narrenabende zeigen einmal mehr: Der Fasching lebt und zwar von Engagement, Humor und vor allem von einer starken Gemeinschaft. Diesen Spirit, den Jung und Alt gemeinsam tragen, konnte die NEUE bei der Generalprobe am Donnerstag vor Ort miterleben.

Die ersten beiden Vorstellungen gehen am Freitag (16. Jänner) und Samstag (17. Jänner) über die Bühne. Die weiteren Termine für die Narrenabende im Kulturhaus sind der 23., 24., 30. und 31. Jänner. Los geht es jeweils um 20 Uhr. Live miterleben werden die sechs Narrenabende der Dornbirner Fasantzuft gut 4000 Faschingsbegeisterte.
Narrenabende
Termine 2026
16., 17., 23., 24., 30. und 31. Jänner. Die Narrenabende finden jeweils ab 20 Uhr im Kulturhaus Dornbirn statt
Programm
Fanfarenzug Dornbirn
„Schnorrowagglar“ (Hugo Nussbaumer)
101 Dalmatiner (Kinder- und Teenietanzgruppe Mühlebach)
D’Firmung (Ernst Klocker)
Frauenpower (Stephanie Rinder)
An ganz klina Sketch (Christiane und Julia Kaufmann)
Garde Kehlegg
I wür alt (Gerhard Gonner)
König der Löwen (Schalmeien Kehlegg)
Putzfrau und ihre Spezialtorten (Susanna Kvas)
Bim Doktor (Christiane und Klaus Kaufmann)
Prinzengarde Höchst
Dornbirn in Not (Brigitte und Lothar Schmidt, Lisa Meusburger, Birgit und Dietmar Purin, Christa Geuze, Manfred Schnetzer)
Circus Cinema (Artisten des ganz kleinen Zirkus)
Sein oder nicht sein (Kurt Rauchegger, Hugo Nussaumer, Doris Bischof, Uli Berghold)
I dr Ambulanz (Sarah Hammer, Marija Preksavec)
Herzprogramm 60 (Showtanzgruppe Mühlebach)
Auf den letzten Drücker (Brigitte und Lothar Schmidt)
Viva las Vegas (Garde Kehlegg)
Zwoa flotte Feagar (Werner Berchtold und Werner Druml jun.)
Rosalinde (Silvana Marte-Bastiani)