Die Natur als Berufung

Amilcar Tioni verwandelt Gärten mit Acht-Meter-Bäumen in Oasen. Ein Einblick in das Handwerk der Alex Baumelei.
Wie sind Sie Landschaftsgärtner geworden?
Amilcar Tioni: Ich habe in Argentinien an einer Universität Landwirtschafts-Ingenieurwesen studiert. Das Studium ist zwar auf die Landwirtschaft orientiert, aber man lernt dort alles über Botanik und die Physiologie von Pflanzen. Im Rahmen dieses Studiums bin ich dann in die Richtung Gartengestaltung und Gartenplanung gegangen. Danach habe ich zwei Jahre in Australien gearbeitet. Später lebte ich 17 Jahre lang in Spanien auf den Kanarischen Inseln, wo ich zunächst für eine große Firma tätig war und mich anschließend mit einer Gartenfirma selbstständig machte. Schließlich bin ich wegen meiner Frau nach Vorarlberg gezogen. Hier arbeite ich nun seit etwa vier bis fünf Jahren als Leiter für die Alex Baumelei.
Was macht die Arbeit in dieser Gärtnerei so besonders?
Tioni: Die Spezialität unseres Betriebs sind große Exemplare von Bäumen. Unser Team kann Bäume mit einer Höhe von sechs bis acht Metern direkt in die Gärten der Kunden versetzen. Das ist ein großer Vorteil für die Kunden – besonders für ältere Menschen –, da sie nicht jahrelang auf Schatten oder Sichtschutz warten müssen, sondern sofort ein fertiges Ergebnis genießen können.
Was sind die größten Freuden und Herausforderungen in Ihrem Beruf?
Tioni: Die größte Freude bereitet es mir, im Freien zu arbeiten. Trotz der Hitze oder Kälte liebe ich es, draußen zu sein. Ich habe eine tiefe Leidenschaft für Pflanzen, kenne viele Arten und beherrsche deren lateinische Namen. Ich bin einfach ein großer Pflanzenliebhaber. Die größte Herausforderung ist natürlich die körperliche Arbeit, da diese sehr anstrengend sein kann – man muss viel heben und tragen. Auch die Wetterbedingungen spielen eine große Rolle, da wir im Sommer bei extremer Hitze und im Winter bei großer Kälte arbeiten.
Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus?
Tioni: Mein Tag beginnt um sieben Uhr morgens. Zuerst starten wir mit der Einteilung und legen die Prioritäten für den Tag fest. In der Hochsaison steht die Pflege und Bewässerung der über 2.000 Pflanzen im Vordergrund. Neben der praktischen Arbeit wie dem Schneiden, Düngen und Säubern verbringe ich viel Zeit mit der Kundenberatung, der Planung von Projekten und der Koordination von Materialbestellungen.