Mit falschen Papieren zum Porsche auf Pump: Bedingte Haft

45-jähriger Grieche soll zu einer Gruppe gehört haben, die in Vorarlberg mehrere Autokredite erschlich. Der Drahtzieher wurde bereits 2024 verurteilt.
Eine vorwiegend vom Balkan aus agierende Betrügerszene verdient in Europa seit Jahren mit erschlichenen Autokrediten viel Geld. Alles beginnt mit einem Papier, das mehr verspricht, als es wert ist. Für den gewünschten Wagen werden bei der Bank Einkommensunterlagen vorgelegt, die ein regelmäßiges und ausreichendes Gehalt vorgaukeln. Auf dieser Grundlage werden Kredite bewilligt, teure Autos finanziert und an den Kunden übergeben. Bezahlt werden die Schulden später nicht. Autos und Kreditnehmer verschwinden auf Nimmerwiedersehen.
Haupttäter bereits verurteilt
Mit einem solchen Fall hatte sich am Dienstag das Landesgericht Feldkirch zu beschäftigen. Der mutmaßliche Drahtzieher der Vorarlberger Fälle war bereits vor zweieinhalb Jahren am Landesgericht Feldkirch verurteilt worden. Nun saß allerdings niemand auf der Anklagebank. Der angeklagte Grieche, Jahrgang 1980, erschien nicht zum Prozess. Kein Wunder, lebt er doch nach Angaben seines Verfahrenshelfers als „U-Boot“ in Deutschland. Verhandelt wurde dennoch. Die gesetzlichen Voraussetzungen für ein Verfahren in Abwesenheit lagen laut Gericht vor.
Mehr als 58.000 Euro Schaden.
Die Staatsanwaltschaft Feldkirch wirft dem Mann das Verbrechen des schweren Betrugs vor. Bereits im August 2022 soll er für den Ankauf eines Porsche Macan eine veränderte Einkommensbestätigung verwendet und damit Mitarbeiter einer Spezialbank für Konsumfinanzierung zur Auszahlung eines Pkw-Ankaufskredits von 56.800 Euro verleitet haben. Der Schaden betrug laut Anklage zumindest 58.579,23 Euro.
Laut dem öffentlichen Ankläger, Manfred Melchhammer, war der Fall Teil einer größeren Serie. 2021 und 2022 habe eine griechischstämmige Gruppe in Vorarlberg auf diese Weise mehrere Fahrzeuge finanziert. Der verurteilte Drahtzieher habe für mehrere Landsleute Einkommensunterlagen gefälscht. Damit seien unter anderem Porsche, BMW und Range Rover angeschafft worden. Die Fälschungen seien, so die Vorsitzende Richterin Verena Wackerle, „dilettantisch“ gewesen. Auch beim nun angeklagten Mann hatte der Schöffensenat keinen Zweifel an der Schuld. Wo sich der Porsche heute befindet, blieb offen. Der bislang in Österreich und Deutschland unbescholtene und in Griechenland mit einer Vorstrafe belastete Mann wurde zu acht Monaten bedingter Haft verurteilt. Milderungsgründe sah das Gericht keine. Erschwerend wertete der Senat die doppelte Qualifikation des Betrugs sowie die Tatbegehung mit Mittätern. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.