Auf ein Steak beim verrückten Stier

Im Toro Loco in Schlins setzt Betreiber Tito Montero auf Qualität, südamerikanisches Flair und ein bisschen Verrücktheit.
Im Toro Loco wird nicht einfach nur Steak serviert. Hier wird südamerikanische Leidenschaft auf den Teller gebracht. „Ich glaube, man muss ein bisschen verrückt sein, wenn man so ein Geschäft macht“, erzählt Gründer Tito Montero lächelnd, der schon seit 30 Jahren am Grill steht, wie alles begann. Genau diese Prise Verrücktheit war es, die vor 12 Jahren den Startschuss für das Toro Loco gab.

Manchmal entstehen die besten Ideen aus einem spontanen Einfall – so auch der Name des Restaurants. Der Gründer erzählt die Geschichte mit einem breiten Grinsen: Ein Kollege in Deutschland habe einst ein Steakhaus namens Toro Perdido, der „verlorene Stier“, eröffnet. „Ich habe mir gedacht, ich muss auch etwas Eigenes machen und habe den verrückten Stier gewählt. Daher heißt es El Toro Loco“, erklärt der Wirt die Namensherkunft.

Mit viel Arbeit, Herzblut und einem klaren Fokus auf Qualität hat sich das Restaurant einen Namen gemacht. Mehr als eine Tonne Fleisch geht hier jeden Monat über den Grill – die Gäste nehmen das authentische südamerikanische Ambiente gerne an. Lachen, gute Laune, ein Hauch Fernweh und ein Team, das seine südamerikanischen Wurzeln lebt.
Vielfalt auf der Speisekarte
Ein Blick auf die Karte zeigt schnell, dass hier jeder Gast fündig wird. Zwar schlägt das Herz des Hauses eindeutig für Fleisch, doch das Team achtet darauf, eine große Auswahlmöglichkeit zu haben. Neben verschiedenen Beilagen gibt es auch genug Auswahl für die vegetarischen Gäste. Von Gemüse‑Pizza über Cannelloni mit Ricotta und Spinat sowie Klassiker für die jüngeren Gäste. „Es gibt zum Beispiel Schnitzel und Pizza, weil das den Kindern immer schmeckt“, wie der Betreiber schmunzelnd erzählt. Und was landet am häufigsten auf dem Grill? Rund 300 Kilogramm Rumpsteak, Hüftsteak und Entrecôte pro Monat – doch der unangefochtene Favorit bleibt das Lomo-Steak.

Beim Fleisch setzt das Toro Loco kompromisslos auf Qualität. „Das Fleisch kommt aus Argentinien“, erklärt der Betreiber. Auch der Wein stammt von dort, während Gemüse und Beilagen von regionalen Lieferanten ergänzt werden.
Qualität im Fokus
Was macht ein wirklich gutes Steak aus? Für den Betreiber des Toro Loco beginnt alles weit vor dem Grill. „Ein gutes Steak muss zuerst gut gelagert werden und man muss Vertrauen in den Lieferanten haben“, erklärt Montero. Seit drei Jahrzehnten arbeitet er mit denselben Partnern zusammen, weil er großen Wert auf Qualität legt. Billige Alternativen kommen für den Wirt nicht infrage. „Das nutzt ja nichts“, sagt er. „Man muss versuchen, immer die Qualität zu halten.“
Doch auch das beste Fleisch braucht die richtige Behandlung. Ein perfektes Steak, so beschreibt der Gastronom es, entsteht aus Erfahrung, Vorbereitung und Gefühl. „Viele denken, dass man ein Steak sofort perfekt hinbekommt, aber dafür braucht man Erfahrung.“ Man müsse das Fleisch kennen, seine Struktur, seine Reife, seine Temperatur. Erst dann könne man es so zubereiten, dass die Gäste den Unterschied schmecken.

Die Antwort, wie die Gäste ihr Steak am liebsten mögen, kommt ohne zu Zögern: „90 Prozent bestellen Medium.“ Ein paar Mutige bevorzugen Rare, „ganz lebendig“, wie Montero lachend sagt.
Eingespieltes Team
Hinter dem Toro Loco steht ein eingespieltes Team, das an einem gut besuchten Abend fast wie von selbst funktioniert. „Heute ist Freitag, da haben wir vier Mitarbeitende in der Küche“, erzählt der Betreiber. Eine Person kümmert sich um die Pizza, eine um die Salate, andere machen Pommes und Kroketten. Dazu kommen jene, die Gamba, Langostinos und Lachs zubereiten und natürlich jemand für den Abwasch. Fünf fixe Kellnerinnen und Kellner sowie mehrere Aushilfen sorgen dafür, dass alles rund läuft. Insgesamt stehen am Wochenende elf Leute im Einsatz.

Das Herzstück des Restaurants ist der Grill. Für Tito Montero ist klar: Der Chef muss selbst am Feuer stehen. „In dieser Region musst du selber wissen, was du machst, damit die Leute zufrieden sind.“ Genau diese Leidenschaft versprüht der Wirt, wenn er darüber erzählt.

Platz gibt es im Toro Loco reichlich: Drei Gasträume bieten rund 70 Sitzmöglichkeiten. An den Wochenenden läuft das Lokal auf Hochtouren. „Wir verkaufen immer drei Runden pro Tisch“, erzählt der Betreiber. So kommen schnell 150 Gäste pro Abend zusammen, eine Reservierung ist daher von Vorteil.
Der Standort in Schlins hat sich als echter Glücksgriff erwiesen. „Ich bin aus der Großstadt gekommen und habe gedacht: Was mache ich das in Schlins?“, erinnert sich der Betreiber. Heute weiß er: Die Lage ist ideal. Gäste kommen aus dem ganzen Walgau, aus Liechtenstein, aus der Schweiz und viele davon nach einem Skitag. Und am häufigsten kommen Familien. Das Toro Loco ist ein beliebter Treffpunkt für Groß und Klein.
Rekord des Hauses
Eine Geschichte sorgt im Steakhaus bis heute für Staunen. Ein Gast stellte tatsächlich einen hausinternen Rekord auf und verdrückte unglaubliche 2,2 Kilogramm Fleisch. „Das sind zwei ganze Filets“, erzählt der Wirt mit einem Kopfschütteln und zugleich stolz. Serviert wurde das ganze mit Spinat, Pommes, Sauce und als Krönung sogar noch einer Kugel Vanilleeis. Solche Leistungen bleiben selten, sagt er. „Viele versuchen es, aber es klappt nicht“. Doch dieser Rekord hat es auf die Webseite des Restaurants geschafft – und es ist eine Geschichte, die man im Toro Loco gerne weitererzählt.