Vorarlberg

Lehrermangel: So viele Stellen sind in Vorarlberg noch offen

26.08.2026 • 16:10 Uhr
Lehrermangel: So viele Stellen sind in Vorarlberg noch offen
In zweieinhalb Wochen ist Schulbeginn. Noch sind aber nicht alle Lehrerstellen besetzt. Hartinger

Sowohl im Pflichtschulbereich als auch an weiterführenden Bildungseinrichtungen sind noch Lehrerstellen ausgeschrieben. Gewerkschafterin Loser sieht Bedarf an studierten Lehrkräften.

In rund zweieinhalb Wochen gehen die Sommerferien zu Ende und in die Vorarlberger Schulen kehrt wieder Leben ein. Bis dahin sucht die Bildungsdirektion weiter nach Lehrpersonal: Stand Mittwoch sind noch 25 Stellen mit unterschiedlichem Stundenausmaß an Vorarlberger Schulen offen. Die Stellen für Schuldirektoren, die in einem separaten Verfahren ausgeschrieben werden, sind laut Elisabeth Mettauer von der Bildungsdirektion Vorarlberg alle besetzt.

Lehrermangel: So viele Stellen sind in Vorarlberg noch offen
Elisabeth Mettauer ist Sprecherin der Vorarlberger Bildungsdirektion. Hartinger

Damit ist die Situation entspannter als noch zu Beginn der Sommerferien. Laut einem ORF-Bericht waren da noch 70 Stellen offen. Anfang August sorgten Zahlen des Bildungsministeriums unter der Leitung von Christoph Wiederkehr (Neos) für Aufruhr. Demnach waren erst 43 Prozent der 12.700 ausgeschriebenen Stunden vergeben. Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink (ÖVP) wies diese Darstellung in einer Aussendung zurück und erklärte, die Zahlen aus dem Ministerium seien veraltet gewesen.

17 Pflichtschullehrer gesucht

Die nun offenen 25 Stellen entsprechen insgesamt rund 12 Vollzeitäquivalenten (VZÄ). Davon sind 17 Stellen im Pflichtschulbereich ausgeschrieben, im Bereich der weiterführenden höheren Schulen sind es acht Stellen, allesamt Teilzeit. Ein Vollzeitäquivalent im Lehrberuf entspricht 22 Unterrichtswochenstunden.

Lehrermangel: So viele Stellen sind in Vorarlberg noch offen
Bildungslandesrätin Barbara Schöbi-Fink arbeitet weiter an der Gewinnung neuer Lehrpersonen. Steurer

In der erwähnten Aussendung von Schöbi-Fink wird mitgeteilt, dass das Land mehrere Hebel zur Gewinnung neuer Lehrpersonen nützt: aktive Personalgewinnung, Unterstützung beim Berufseinstieg, die Öffnung für qualifizierte Quereinsteiger sowie Maßnahmen wie das Welcome Center und „Students Teach Students“. Darüber hinaus formuliert die Landesrätin das Ziel, den Arbeitsplatz Schule attraktiv zu halten und Lehrpersonen von administrativen Aufgaben zu entlasten.

Zu wenige Fachpersonen

Alexandra Loser, Vorsitzende der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft, ortet neben den offenen Stellen noch eine andere problematische Facette des Lehrermangels: „Es sind ausreichend Menschen im Schulsystem, aber es mangelt an Lehrkräften mit Fachausbildung. Hier fehlen weit mehr als 25 Menschen.“ Loser betont, ihre Kritik richte sich nicht die Arbeit der Quereinsteiger, erklärt aber: „Es gibt zahlreiche Personen mit Sonderverträgen ohne Studium an den Vorarlberger Schulen. Sie leisten ohne Frage gute Arbeit, aber kompensieren den Mangel an studierten Fachkräften nicht. Die Lehrkräfte mit Sondervertrag haben zum Beispiel gewisse Berechtigungen nicht, wie die Übernahme einer Klassenleitung.“ Die Gewerkschafterin zieht einen Vergleich zu anderen Berufen: „Ich lasse auch keinen Gärtner meine Haare schneiden, selbst wenn er mit einer Schere umgehen kann.“

„Ich lasse auch keinen Gärtner meine Haare schneiden, selbst wenn er mit einer Schere umgehen kann.“

Alexandra Loser zum Mangel an studierten Fachlehrkräften.

Die bestausgebildetsten Lehrkräfte brauche es in der Volksschule, so Loser: „Dort wird das Fundament für die Kinder gelegt: Lesen, Schreiben, Rechnen.“ Im öffentlichen Volksschulbereich sind aktuell sieben Stellen ausgeschrieben, davon zwei zur Klassenführung.

Lehrervertreter
Alexandra Loser sitzt der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft vor. Serra

Österreichweit sind auf dem Bewerbungsportal „Intercom“ 587 Lehrerstellen ausgeschrieben. Am 14. September startet das neue Schuljahr.

(NEUE Vorarlberger Tageszeitung)