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Weitere 200 Millionen Euro Schulden für 2026 budgetiert

11.11.2025 • 17:58 Uhr
Markus Wallner, Christof Bitschi
Markus Wallner und Christof Bitschi präsentierten den Voranschlag für das Budgetjahr 2026.Wiedemann

Voranschlag Budgetjahr 2026: 2,8 Milliarden Euro an Ausgaben geplant. Im Zentrum stehen Investitionen in den sozialen Zusammenhalt, Bildung und Betreuung sowie Infrastruktur.

Die Vorarlberger Landesregierung hat am Dienstag den Voranschlag für das Budgetjahr 2026 vorgestellt. Trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen will das Land mit gezielten Investitionen und einer verantwortungsvollen Budgetpolitik den Weg aus der Rezession schaffen.
„2026 muss das Jahr werden, in dem wir die konjunkturelle Talsohle hinter uns lassen“, betonten Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) und Landesstatthalter Christof Bitschi (FPÖ) bei der Präsentation.
Das Gesamtvolumen des Budgets beträgt 2,84 Milliarden Euro – rund 140 Millionen mehr als im Jahr 2025. Um die geplanten Investitionen zu finanzieren, nimmt das Land ein neues Darlehen in Höhe von 200 Millionen Euro auf, ebenso wie im laufenden Jahr. Damit steigt der Schuldenstand bis Ende 2026 voraussichtlich auf rund 850 Millionen Euro an.
Trotz dieser deutlichen Zunahme will die Regierung die Neuverschuldung unter 200 Millionen Euro halten. „Wir investieren gezielt in den Aufschwung, ohne den Kurs der Haushaltsdisziplin zu verlassen“, erklärte Wallner.

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Die Schulden wachsen weiter an. Neue

Hohe Investitionen

Insgesamt sind Investitionen von 123,6 Millionen Euro vorgesehen. Das ist eine erneute Steigerung um sieben Prozent, nachdem im Vorjahr bereits ein Rekord aufgestellt wurde. Diese Mittel sollen vor allem der Stärkung des Wirtschaftsstandorts und der Unterstützung des erwarteten Aufschwungs dienen. „In wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist es entscheidend, Impulse zu setzen, die Arbeitsplätze schaffen und die Wirtschaft beleben“, so Wallner. Ein großer Teil des Budgets – rund 70 Prozent der gesamten Mittel – fließt in die Bereiche Bildung, Soziales, Gesundheit und Wohnbauförderung. Besonderes Augenmerk wird auch auf den gesamten Bildungsbereich gelegt. Rund 133 Millionen Euro gehen in die Bereiche Schule, Wissenschaft und Forschung, 153 Millionen Euro in die vorschulische Bildung und Betreuung.

Landesstraßenbau

Der Landesstraßenbau ist im Voranschlagsentwurf 2026 mit insgesamt 118,9 Millionen Euro dotiert (ohne Personalkosten). 21,6 Millionen Euro entfallen auf den Betrieb und die Instandhaltung des Landesstraßennetzes. In die Bau- und Instandsetzungsmaßnahmen der Landesstraßenanlagen sowie in Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit werden 89,4 Millionen Euro investiert. Beim Großprojekt Stadttunnel Feldkirch soll im ersten Quartal 2026 der Tunnelanschlag (Start des Vortriebs des Haupttunnels) stattfinden; für dieses Projekt werden 48 Millionen Euro bereitgestellt. Für den Landeshochbau stehen 2026 in Summe 75,5 Millionen Euro zur Verfügung. Davon entfallen 49,7 Millionen Euro auf die Krankenhaus-Betriebsgesellschaft.

Wiederherstellung der zweistreifigen Verkehrsverbindung auf der L197
Auch in den Straßenbau wird investiert. Neue

Gemeinden

Auch die Gemeinden profitieren: Mit Transferleistungen von 345,8 Millionen Euro werden sie laut Wallner „so stark unterstützt wie noch nie“ – als wichtiger Motor für die regionale Wirtschaft.
Neben wichtigen Investitionen in den wirtschaftlichen Aufschwung und für den sozialen Zusammenhalt kommt es aber auch zu notwendigen Einsparungen. Denn die Regierung hält an ihrem nachhaltigen Budgetplan mit dem Ziel fest, wieder ausgeglichen zu haushalten. Dies soll durch Strukturreformen in allen Ressorts, Leistungs- und Aufgabenkritik sowie eine strenge Haushaltsdisziplin erreicht werden. „Wir stehen vor der Aufgabe, Finanzen und Personal effizient einzusetzen und Planungssicherheit zu gewährleisten. Und auch die Dynamik gesellschaftlicher Veränderungen, technologische Innovationen und wirtschaftliche Entwicklungen erfordern eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Landesverwaltung. Das gehen wir mit einem klaren Plan und großer Zielstrebigkeit an“, berichtet der Landeshauptmann. Die Regierung hat bereits beschlossen, dafür ein externes Beratungsunternehmen einzubeziehen.

Ertragsanteile

Bei den Ertragsanteilen ist – insbesondere in Anbetracht der hohen Inflation der letzten Jahre – im kommenden Jahr ein nur leichter Anstieg zu erwarten. Der Landesvoranschlag 2026 sieht eine Summe von knapp über einer Milliarde Euro vor, das sind im Vergleich zum laufenden Budget plus vier Prozent.
Trotz der angespannten Konjunkturlage will die Landesregierung insgesamt den Kurs der letzten Jahre fortsetzen – mit Verantwortung, Disziplin und Investitionen in zentrale Zukunftsbereiche.
„Ein solides finanzielles Fundament ist die Grundlage für Stabilität und soziale Gerechtigkeit. Mit dem Budget 2026 setzen wir ein Zeichen für ein starkes, nachhaltiges und lebenswertes Vorarlberg“, sind sich Wallner und Bitschi einig.

Beschlussfassung

Im von der Vorarlberger Landesregierung einstimmig beschlossenen und dem Landtag zur Beschlussfassung übermittelten Budgetentwurf 2026 stehen – inklusive der Aufnahme eines Darlehens in Höhe von 200 Millionen Euro – Einzahlungen in Höhe von 2.826.534.800 Euro Auszahlungen in Höhe von 2.840.973.900 Euro gegenüber. Durch strikte Budgetdisziplin soll die Neuverschuldung auf unter 200 Millionen Euro gedrückt werden.
In diesem Zusammenhang erwähnte Landeshauptmann Markus Wallner, dass „im laufenden Budgetjahr rund 45 Millionen Euro eingespart werden konnten. Es könnten bis zum Ende des Jahres bis zu 50 Millionen werden.“