_Homepage

Walmart wechselt Börse

03.01.2026 • 11:00 Uhr
Walmart wechselt Börse
AFP

Die Börsengeschichte kann mit einer neuen Superlative aufwarten: Im Dezember verlegte Walmart, der weltweit größte Einzelhändler, seine Aktien von der New York Stock Exchange zur Technologie-Börse Nasdaq.

Von Christof Flatz
neue-redaktion@neeu.at

Mit einer Marktkapitalisierung von über 850 Milliarden US-Dollar ist dies der größte Börsenwechsel aller Zeiten. Im Hintergrund steht eine strategische Neuausrichtung: Walmart möchte sich stärker als technologiegetriebenes Unternehmen positionieren. Die Nasdaq ist traditionell die Heimat von Tech-Giganten wie Apple, Microsoft & Co und zieht ein investorenfreundliches Publikum mit digitalem Fokus an.

Gegründet wurde Walmart 1962 als Gemischtwarenladen für Kleinstädte. Von Arkansas aus expandierte das Unternehmen zunächst in weitere US-Bundesstaaten und ergänzte sein Sortiment nach und nach um zusätzliche Geschäftsbereiche. Die internationale Expansion begann 1991 mit der Eröffnung in Mexiko. Heute betreibt Walmart nicht nur tausende Filialen weltweit, sondern gehört auch zu den größten Online-Händlern in den USA. Mit einem Jahresumsatz von rund 681 Milliarden US-Dollar liegt Walmart knapp vor Amazon (638 Milliarden US-Dollar). Beim Gewinn zeigt sich jedoch ein deutlicher Unterschied: Walmart erwirtschaftet etwa 20 Milliarden US-Dollar Nettogewinn, vor allem aus dem klassischen Einzelhandel, während Amazon mit einem Nettogewinn von rund 59 Milliarden US-Dollar deutlich profitabler ist – dank seiner Cloud-Sparte AWS und dem Werbegeschäft. In diesen Bereichen möchte Walmart künftig stärker mitmischen.

Ehrgeiz zeigen beide Konzerne auch beim Klimaschutz. Aktuell hat Amazon hier die Nase vorn – vor allem bei der eigenen Energieversorgung. Amazon deckt bereits seinen gesamten Stromverbrauch mit erneuerbaren Quellen ab und ist weltweit der größte private Abnehmer von Ökostrom. Auch die Elektrifizierung der Lieferflotte und die Reduktion der Emissionsintensität sind zentrale Bausteine der Strategie. Walmart verfolgt ebenfalls ambitionierte Ziele: Netto-Null-Emissionen bis 2040 und 100 Prozent erneuerbare Energien bis 2035. Besonders stark ist Walmart bei der Einbindung seiner Lieferkette. Mit dem Programm „Project Gigaton“ wurden bereits über eine Milliarde Tonnen CO₂ eingespart – ein Meilenstein, der das Unternehmen in diesem Bereich führend macht. Allerdings liegt Walmart bei der eigenen Energieumstellung und der Reduktion betrieblicher Emissionen hinter Amazon und wird einige Zwischenziele voraussichtlich verfehlen.