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„Gerade für Nichtkonsumenten wäre ein Messebesuch zu empfehlen“

07.01.2026 • 15:46 Uhr
„Gerade für Nichtkonsumenten wäre ein Messebesuch zu empfehlen“
Bernhard Amann von Ex und Hopp sieht in der LändleCan vor allem Aufklärung. Hartinger

Die Cannabis-Messe LändleCan wird aus suchtpräventiver Sicht unterschiedlich bewertet.

Eine Veranstaltung wie die LändleCan wird aus präventiver Sicht unterschiedlich beurteilt. Während die Suchtpräventionsstelle Ex und Hopp darin vor allem Information und Schadensminimierung sieht, verweist die Supro auf notwendige Grenzen und Risiken.

Für Ex und Hopp ist Cannabis längst Teil des Alltags. „Die Normalisierung ist Fakt und in keiner Weise ein Risiko“, sagt Geschäftsführer Bernhard Amann. Entscheidend sei nicht, ob über Cannabis gesprochen werde, sondern wie. Fachliche Information und unterschiedliche Perspektiven könnten zu Wissensvermehrung beitragen und damit auch zu einem reflektierteren Umgang.

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Im Unterschied zu anderen Veranstaltungen, bei denen Alkohol im Vordergrund stehe, biete die LändleCan Raum für sachliche Auseinandersetzung. Durch Vorträge würden „die vielschichtigen Perspektiven von Cannabis sichtbar gemacht“. Das gelte nicht nur für Konsumenten. „Gerade für Nichtkonsumenten wäre ein Besuch zu empfehlen, da das Thema sachlich und abseits abschreckungsfixierter Vorträge behandelt wird“, so Amann.

Bewusste Konsumpausen

Eine besondere Wirkung auf junge Erwachsene erwartet Ex und Hopp nicht. Die Messe sei eine Verkaufsmesse mit ausschließlich legalen Produkten. Jugendliche würden ohnehin mit dem Thema aufwachsen. Fachinformationen könnten zu risikoreduziertem Konsum beitragen. In der Praxis beobachte Ex und Hopp zudem einen zunehmend reflektierten Umgang, auch mit bewussten Konsumpausen.

WG: Text für Neue
Andreas Prenn ist Leiter der Vorarlberger Suchtpräventionsstelle SUPRO. Mauche

Ambivalent zu betrachten

Deutlich vorsichtiger ordnet die Supro die LändleCan ein. Aus suchtpräventiver Sicht sei sie ambivalent zu betrachten, sagt Leiter Andreas Prenn. Ein professioneller Austausch unter Fachleuten sei grundsätzlich sinnvoll, sofern er sich klar an den gesetzlichen Rahmen halte. Cannabisbezogene Veranstaltungen dürften „niemals den Eindruck von Legalität oder Harmlosigkeit erwecken“, betont Prenn mit Blick auf das weiterhin illegale THC.

Wichtig seien eine klare Trennung zwischen Aufklärung und Marketing sowie transparente Information über Risiken wie Abhängigkeit oder psychische Folgen. Positiv bewertet die Supro, dass Fachstellen wie Ex und Hopp eingebunden sind. Gleichzeitig empfiehlt sie klare Altersbeschränkungen und eine stärkere Einbindung expliziter Präventionsangebote, um insbesondere jungen Menschen keine falschen Signale zu vermitteln.