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TBC: Ursachen bekämpfen statt Symptome

17.01.2026 • 13:00 Uhr
TBC: Ursachen bekämpfen statt Symptome
Hartinger

TBC beim Wild gefährdet unsere Nutztiere auf den Alpen und die notwendige Alpwirtschaft.

In mehreren Beiträgen widmete sich die NEUE der TBC-Problematik auf unseren Alpen und es kam, wie es kommen musste. Auch in diesem Jahr musste schon der erste Viehbestand eines Bauern wegen TBC-Verseuchung gekeult werden.  

Nichts weniger als die Zukunft der Alpwirtschaft steht auf dem Spiel. Nur scheinen die Maßnahmen – trotz Seuchenverordnung – zumindest noch nicht zu greifen. Nachdem schon im vergangenen Alpjahr einige Bauern wohlweislich ihr Vieh nicht mehr in den „Schönebacher Kessel“ auftrieben, sei heuer zu erwarten, dass es mehr Bauern werden, die das Risiko nicht (mehr) eingehen wollen.

Vor einem Jahr wurde im hinteren Bregenzerwald ein Seuchengebiet mit erhöhten Abschusszahlen eingerichtet. Die erhöhten Zahlen finden sich nicht in der Verordnung der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, denn die Abschusspläne werden jeweils für zwei Jahre erlassen. Für die zusätzlich zu erlegenden Rotwildtiere ergingen Bescheide an die Jägerschaft und die Alpobmänner, die allerdings nicht öffentlich zugänglich sind. Deshalb konnte sich der Bezirksjägermeister im ORF-Interview mit der „falschen“ Zahl (400) aus der Verordnung mit einer Übererfüllung der Abschussquote lobend vor die Jäger stellen. Tatsächlich fehlten am 12. Jänner laut Wildökologe in der Jagdregion 1.5b (Bezau-Schönebach) noch 62 Stück Rotwild, die erlegt werden müssen, bis die Zahl des Bescheides von 495 Stück erreicht ist. Ob das noch zu schaffen ist, wird sich bis März zeigen.

Die Rotwildbestände müssen aus Nutztier- und Waldschutzgründen massiv zurückgefahren werden. Bei einem naturverträglichen Wildbestand würde sich eine Fütterung erübrigen und sollte untersagt werden. Ein hoher Wildbestand ist für die Jägerschaft eine Freude, ein TBC-verseuchter Bestand allerdings ein „Totalschaden“, siehe Silbertal. Der Schaden in den Ställen, ökonomisch, logistisch und auch emotional, ist allemal viel größer.

Die TBC-Kontrollen des Viehs in den Ställen nach der Alpsömmerung sind sicher notwendig, aber es ist eine Symptombehandlung und keine Ursachenbekämpfung. Wie lange noch? Das Vertrauen bei manchem Bauer ist längst verloren.

TBC: Ursachen bekämpfen statt Symptome
Kurt Bereuter ist Organisationsberater, Moderator, Coach und freier Journalist.