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Strombedarf trifft auf Energiewende

07.02.2026 • 11:00 Uhr
Strombedarf trifft auf Energiewende
Rechenzentren zählen zu den größten Stromverbrauchern im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz. AFP

Der KI-Boom hat sich zum globalen Megatrend entwickelt – doch er endet längst nicht bei Chips, Rechenzentren und Cloud-Software. Denn ohne Energie läuft keine einzige Anwendung.

Mit dem rasant steigenden Strombedarf rücken daher Energieerzeuger, Netzinfrastruktur und Speichertechnologien verstärkt ins Rampenlicht. Die Experten der Erste Asset Management sind überzeugt, dass erneuerbare Energien in diesem Umfeld zur Schlüsseltechnologie werden. Sie lassen sich häufig schneller realisieren als konventionelle Großkraftwerke und ermöglichen in Kombination mit modernen Speicherlösungen eine besonders effiziente und flexible Versorgung.

Mit dem Ausbau von Rechenzentren wächst auch der Bedarf an zusätzlicher Stromproduktion – und die großen Tech-Konzerne reagieren. Denn im KI-Wettlauf geht es längst nicht mehr nur um aktuelle Kapazitäten, sondern um die strategische Kontrolle über Energieprojekte, die erst in den kommenden Jahren ans Netz gehen und den enormen Stromhunger der eigenen Infrastruktur nachhaltig decken sollen. Meta, einer der weltweit größten Energieverbraucher, kündigte im vergangenen September an, künftig selbst im Energiehandel aktiv zu werden. Auch Alphabet hat ein starkes Signal gesetzt: Mit der Übernahme des Erneuerbaren‑Energie-Entwicklers Intersect für rund 4,75 Milliarden US-Dollar sicherte sich der Konzern nicht nur laufende Projekte, sondern vor allem eine umfangreiche Pipeline für künftige Solar- und Windanlagen. Intersect gilt seit Jahren als Spezialist für die Versorgung von Datenzentren mit erneuerbarer Energie.

Gute Karten hat auch HA Sustainable Infrastructure Capital (Hasi). Das US-Unternehmen finanziert seit mehr als vier Jahrzehnten großvolumige Infrastrukturprojekte in den Bereichen erneuerbare Energien, Energieeffizienz und Netzausbau – und zählt damit zu den zentralen Bindegliedern zwischen Kapitalmarkt und realwirtschaftlichem Ausbau der Energieversorgung. Hasi konzentriert sich gezielt auf Projekte, die die Strominfrastruktur stabilisieren und erweitern sollen. Das verwaltete Vermögen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen und liegt inzwischen im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich. Ein Beispiel: Für das 2,6‑Gigawatt-Projekt SunZia in der Wüste von New Mexico hat Hasi Finanzmittel bereitgestellt. Über eine rund 900 Kilometer lange Hochspannungsleitung bis nach Arizona gelangt dann erneuerbarer Strom in eine Region, in der der Ausbau von Datenzentren besonders dynamisch voranschreitet.

Christoph Flatz
Christoph Flatz, Veranlagungsspezialist in der Sparkasse