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Kastor und Pollux: Das Sternbild Zwillinge

01.03.2026 • 11:00 Uhr
Kastor und Pollux: Das Sternbild Zwillinge
Kastor und Pollux sind die Namensgeber des Sternpaares Zwillinge.wikipedia gemeinfrei

Zum meteorologischen Frühlingsbeginn schauen wir uns das Wintersternbild Zwillinge an.

Jede Jahreszeit hat ihre charakteristischen Sternbilder. Im Winter prägen Orion, Stier und Zwillinge den Abendhimmel. Im Frühling folgen der Löwe und die Jungfrau. Heute ist meteorologischer Frühlingsbeginn. Für Astronomen beginnt der Frühling erst am 20. März um 15 Uhr 46. Die Genauigkeit dieser Angabe ist der Definition des Frühlingsbeginns geschuldet. Denn genau zu dieser Uhrzeit wechselt die Sonne vom Süden auf die Nordhalbkugel. Als Himmelsbeobachter können wir mit einer späteren Beobachtungszeit das typische jahreszeitliche Himmelsszenario überlisten. Um 20 Uhr stehen die Zwillinge und die anderen Wintersternbilder im Süden hoch am Himmel. Verlegen wir die Beobachtungszeit auf Mitternacht, senken sich die Wintersternbilder zum Westhorizont und die typischen Frühlingssternbilder Krebs und Löwe stehen hoch im Süden und die Jungfrau im Osten.

Der Tierkreis

Um 20 Uhr erstreckt sich die Ekliptik mit ihren Tierkreissternbildern vom Osthorizont über einen hohen Bogen im Süden bis zum Westhorizont. Von Osten bis Süden sind es der Löwe, der Krebs und die Zwillinge, weiter Richtung Westen der Stier, der Widder und die Fische. Einige dieser Tierkreissternbilder sind sehr auffällig, bei anderen ist zu empfehlen, eine Sternkarte zu Rate zu ziehen. Die nächsten Nächte stört das Mondlicht, aber im Laufe der Woche zieht sich der Mond weiter nach Osten zurück und geht ab Donnerstag erst nach 20 Uhr auf.

Die Zwillings-Sterne

Der sehr helle Planet Jupiter steht derzeit im Sternbild Zwillinge fast im Süden hoch am Himmel. Die hellsten Sterne der Zwillinge formen ein Rechteck. Links oberhalb des Planeten ist das Sternenpaar Kastor und Pollux zu finden. In der griechischen Mythologie waren sie Zwillingsbrüder, Kastor war menschlich und Pollux göttlich. Irdische Zwillinge gleichen einander sehr. Auch die beiden Zwillings-Sterne am Himmel lassen auf den ersten Blick kaum Unterschiede erkennen. Dennoch ist Kastor, der höher am Himmel stehende Stern, mit 1,58 Magnituden um eine halbe Größenklasse schwächer als Pollux.

Jeder Stern wird in mehreren Katalogen gelistet und hat daher unterschiedliche Bezeichnungen. Für Pollux sind es zirka ein Dutzend verschiedene Namen. Sehr verbreitet ist die Bezeichnung, die der deutsche Astronom Johann Bayer 1603 eingeführt hat. In jedem Sternbild werden die Sterne nach absteigender Helligkeit mit Alpha, Beta, Gamma und so weiter bezeichnet. Bei den Zwillingen wurde diese Regel gebrochen, denn der hellere Pollux wird Beta Gemini, und der etwas schwächere Kastor Alpha Gemini genannt. Der Grund könnte ein Fehler sein, weil die Sterne fast gleich hell scheinen, oder Bayer wollte dem göttlichen Pollux mit der Bezeichnung Alpha die Ehre erweisen.

Unterschiede

An etlichen Details lassen sich die himmlischen Zwillinge unterscheiden. Kastor ist weiß, hat eine höhere Oberflächentemperatur und besteht aus insgesamt sechs Sternen, die sich wechselseitig umrunden. Das Satellitenteleskop Hipparchos maß die Entfernung von 52 Lichtjahren. Pollux hat eine kühlere Oberfläche, er ist orangefarben und ein Riesenstern in 34 Lichtjahren Entfernung. Nach heutigem Wissen ist er ein Einzelstern, der von einem Gasriesenplaneten in ähnlichem Abstand wie Jupiter zur Sonne begleitet wird.

Im Sternbild Zwillinge findet man interessante veränderliche Sterne, den Sternhaufen M35, der mit einem guten Fernglas in Einzelsterne aufgelöst werden kann und einen planetarischen Nebel, der wegen seiner Gestalt Eskimonebel genannt wurde.

Robert Seeberger