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Sperre Hochalpenstraße: “Sicherheit geht vor, auch wenn es für uns hart ist”

24.03.2026 • 11:31 Uhr
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Die lange Sperre stellt Peter Oberschmid vom Berggasthof Piz Buin vor große Herausforderungen. kh(jun

Die Silvretta-Hochalpenstraße bleibt bis 2030 gesperrt. Eine Hiobsbotschaft für den Tourismus und Gastronomie in der Region. So auch für den Berggasthof Piz Buin. Wirt Peter Oberschmid hat schon zwei schwierige Jahre hinter sich, jetzt folgen weitere vier herausfordernde Saisonen.

Die Silvretta-Hochalpenstraße zwischen Vorarlberg und Tirol bleibt bis 2030 gesperrt. Grund sind umfangreiche Arbeiten. Mit der Umsetzung eines Gesamtkonzepts wolle man die Straße wieder sicher befahrbar machen, teilte Eigentümer Illwerke vkw mit. Die bei Ausflüglern beliebte Verbindung zwischen Partenen und Galtür wurde nach Muren und Felsstürzen 2024 und 2025 gesperrt.

Peter Oberschmid
Peter Oberschmid steht mit dem Berggasthof Piz Buin vor großen Herausforderungen. jun

Die Sperre der Straße macht dem Tourismus und der Gastronomie zu schaffen. Auch für Peter Oberschmid, der den Berggasthof Piz Buin auf der Bielerhöhe gemeinsam mit Birgit Oberschmid betreibt, ist das eine enorme Herausforderung – wirtschaftlich wie organisatorisch. „Wir haben schon ein bisschen damit gerechnet“, sagt er. Dass die Arbeiten länger dauern würden, war für ihn absehbar. „Aber dass es jetzt so lange ist, ist natürlich schon hart.“ Trotzdem stellt er eines klar: „Die Sicherheit geht vor.“ Wenn die Straße nicht sicher sei, dürfe sie nicht geöffnet werden. „Man darf sich gar nicht vorstellen, was los ist, wenn etwas passiert.“ Für die Entscheidung der Verantwortlichen zeigt er Verständnis – auch wenn die Konsequenzen für seinen Betrieb doch gravierend sind. Zwei schwierige Sommer liegen bereits hinter ihm. Überstanden hat der traditionsreiche Familienbetrieb diese Zeit vor allem dank guter Wintersaisonen. „Aber es ist natürlich nicht Sinn eines Geschäfts, dass man nur im Winter verdient“, so Oberschmid.

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Der Berggasthof Piz Buin. Jun

Immerhin: Für den kommenden Sommer gab es früh Klarheit. Schon im Herbst wurde kommuniziert, dass die Straße gesperrt bleibt, die Vermuntbahn aber in Betrieb ist. „Das war für uns ganz wichtig“, erklärt der Gastronom. So könne man sich anpassen, den Betrieb „schlanker aufstellen“.

Sperre Hochalpenstraße: "Sicherheit geht vor, auch wenn es für uns hart ist"
Im Juli 2024 gingen ein Felssturz und eine Mure auf den Abschnitten zwischen den Kehren 13 und 14 nieder. Hartinger

Die Herausforderung bleibt dennoch enorm. Ohne die Silvretta-Hochalpenstraße fehlen wichtige Gästegruppen. „Die klassische Silvretta-Rundfahrt funktioniert nicht mehr“, sagt Oberschmid. Busreisen bleiben aus, die Frequenz sinkt deutlich.
Auch andere Betriebe in der Region spüren die Auswirkungen. „Wenn Tausende Leute durchfahren, lassen sie überall Geld – egal ob beim Tanken, Essen oder Übernachten.“

Silvretta-Hochalpenstraße
Die eindrückliche Silvretta-Hochalpenstraße ist erst 2030 wieder befahrbar. ivkw

Und doch versucht Ober­schmid, der Situation auch etwas Positives abzugewinnen. „So ruhig war es da oben seit Jahrzehnten nicht“, sagt er. Weniger Verkehr, weniger Lärm – das habe durchaus seinen Reiz. „Das ist schon etwas ganz Spezielles.“ Vor allem aber setzt er auf Durchhaltevermögen. „Jede schwierige Zeit hat auch eine Chance“, sagt er. Man denke über neue Wege nach, entwickle Ideen. Und eines ist für ihn klar: Aufgeben ist keine Option.
Dafür ist die Verbindung zum Ort zu stark. „Der Berggasthof Piz Buin ist seit Generationen ein Familienbetrieb mit viel Tradition.“ Weitere Motivation gibt ihm die Lage des Gasthofes. „Die Berge, der See, ein ganz besonderer Ort.“