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Post vom Mars unzustellbar?

28.03.2026 • 15:00 Uhr
Space Mars Rover
Der Rover Perseverance auf dem Mars. nasa

Gesteinsproben vom Mars liegen zur Abholung bereit. Hohe Kosten stoppten die Rückführung.

Der Mars, der äußere Nachbarplanet der Erde, wird schon länger im Detail beobachtet. Er gilt als einer der besten Kandidaten für die Entdeckung von einfachem, aktuellem oder vergangenem Leben. Der Mars hatte früher eine Atmosphäre und war wesentlich wärmer. Aufnahmen, die bei Marsmissionen gewonnen wurden, zeigen Strukturen, die an ausgetrocknete Flussbette erinnern. Vor Jahrmilliarden Jahren war der Mars recht lebensfreundlich. Das bedeutet aber keineswegs, dass es dort Leben geben muss. Es heißt nur, dass sich Leben, falls es dort entstanden oder hingebracht wurde, sich halten und weiterentwickeln kann. Noch immer ist die Frage, ob es Leben nur auf der Erde gibt, ob es an unzähligen Orten im Universum entstanden ist oder an einem Ort entstanden und dann beispielsweise durch Asteroiden oder Kometen weiter verfrachtet wurde, nicht beantwortet.

Viking und Allan-Hills

Mitte der 1970er Jahre umrundeten die Sonden Viking 1 und 2 den roten Planeten. Tochtersonden wurden auf dem Mars abgesetzt und in vier Experimenten auf die Suche nach Leben oder früherem Leben geschickt. Die Landeeinheiten untersuchten den Boden über mehrere Jahre hinweg. Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Experimente waren zwiespältig. Die beobachteten Veränderungen können durch organisches Leben verursacht worden sein, es gäbe aber auch andere Erklärungen dafür. Die über 50.000 Fotos, welche die beiden Orbiter von der Marsoberfläche anfertigten, sind von hohem Wert. Ab dem Jahre 1997 waren mehrere Rover wie Sojourner, Spirit, Opportunity und Curiosity auf dem Mars unterwegs und legten Distanzen von zirka 40 Kilometern zurück.

Auch auf der Erde konnte Marsgestein untersucht werden. Wenn am Mars in flachem Winkel Asteroiden einschlagen, können sie Gestein aus dem Boden reißen und so stark beschleunigen, dass es den Mars verlässt. Nach langem Vagabundieren können die Steine auf die Erde niedergehen. Bisher wurden circa 400 Marsmeteoriten auf der Erde identifiziert. Für Schlagzeilen sorgte ein knapp zwei Kilogramm schwerer Meteorit, der 1984 in der Antarktis gefunden wurde. Im hellen Schnee und Eis sind dunkle Meteoriten gut zu sehen. Die Polgegenden sind daher Eldorados für Meteoritensammler. Allan-Hills-84001 wurde 1994 als sogenannter SNC-Meteorit vom Mars identifiziert.  Er ist 4,1 Milliarden Jahre alt, vor 15 Millionen Jahren dem Mars entrissen worden und vor circa 13.000 Jahren in der Antarktis niedergegangen. 1996 wurden Strukturen im Meteoriten als fossile Überreste von  Bakterien gedeutet. Es gelang auch der Nachweis von Molekülen, die auf der Erde von Bakterien produziert werden. Aber diese Ergebnisse sind nicht eindeutig, denn nichtbiologische Prozesse könnten zum selben Ergebnis führen.

Ausdauer</span>

Daher wurden große Hoffnungen in den Mars-Rover Perseverance gesetzt. Seit 2021 hat er zirka 40 Kilometer in einem ehemaligen Flussdelta in der Nähe des Jezero-Kraters zurückgelegt, dabei 33 Bohrungen im Marsboden vorgenommen und das Material in Probenröhrchen deponiert. „Ausdauer“ wie Perseverance zu Deutsch heißt, hat der Rover. Er füllt weiterhin Röhrchen mit Marsmaterial. Ob sich die Ausdauer für die Forschung lohnt, ist seit 2024 fraglich. Denn die geplante Rückführung der Proben in irdische Labors wurde wegen zu hoher Kosten storniert. Sie wäre von geplanten sechs auf elf Milliarden Dollar gestiegen. Die Hoffnung auf eine Bergung durch spätere Missionen bleibt. Die Analyse der Proben würde uns der Lösung des Rätsels, ob es einst Leben auf dem Mars gab, näherbringen.