Kartenfans aufgepasst: Hier entsteht ein neuer Hotspot für Sammler

Stefan Peter eröffnet in Sulz den Sammlerladen „Pokévend“ mit Fokus auf Karten, das Sortiment umfasst auch Comics und Lego.
Wie kamen Sie zu diesem Hobby und was war die Inspiration für den Laden?
Stefan Peter: Die ersten Berührungspunkte mit Pokémon-Karten hatte ich bereits in meiner Jugend. Als mein Sohn Jahre später zu mir kam und ebenfalls diese Karten haben wollte, kehrte meine Begeisterung zurück. Im Jahr 2022 beschloss ich, gewerblich mit Automaten für Einzelkarten zu starten. Mit der Zeit stieg die Nachfrage, weshalb ich zunächst einen Online-Shop einrichtete. Als der Verkauf im Geschäft schließlich die Online-Nachfrage übertraf, entschloss ich mich, dieses Geschäft zu eröffnen.
Wie groß ist die Nachfrage?
Peter: Die Nachfrage nach Pokémon-Karten ist seit der Corona-Zeit im Jahr 2020 stark gestiegen und zu einem Trend geworden, da viele Menschen zu Hause nach Beschäftigung suchten. Später sprangen auch Influencer, Streamer und Prominente auf den Zug auf, was das Interesse zusätzlich anheizte. Heutzutage gibt es den sogenannten „Scalper-Markt“: Produkte werden zum Normalpreis gekauft und online deutlich teurer weiterverkauft.
Wie kommt man als Händler dann an die Ware?
Peter: Es ist ein täglicher „Überlebenskampf“. Die großen Distributoren sind stark ausgelastet und nehmen kaum noch Neukunden auf, da sie ihre Stammkunden nur schwer bedienen können. Deshalb muss ich oft auf Großhändler ausweichen, was meine Gewinnspanne verringert, da diese ebenfalls daran verdienen. Es ist ein ständiger Kampf, da täglich alle Händler überprüft werden müssen, um Nachschub zu finden. Mit langjährigen Kontakten hat man mitunter etwas Glück, insgesamt bleibt der Zugang jedoch schwierig.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
Peter: Mein größtes Ziel ist es, das Geschäft so erfolgreich zu führen, dass ich mein Hobby irgendwann hauptberuflich ausüben kann. Mir geht es nicht nur um den Profit, sondern vor allem darum, der Community einen Ort zu bieten, an dem man sich treffen, tauschen und Turniere spielen kann. Über 90 Prozent meiner Kunden sind volljährig, da man für die Karten mittlerweile ein ordentliches Taschengeld benötigt. Deshalb verschenken wir gelegentlich Karten mit geringem Marktwert an Kinder, um ihnen eine Freude zu machen. Für Kinder spielt der Preis oft keine große Rolle, sie wollen die Karten einfach haben.
