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Ein Herz für die Bienen

17.04.2026 • 17:35 Uhr
Ein Herz für die Bienen
Stiplovsek

Obmann Martin Alfare aus Lustenau teilt seine Faszination für die Imkerei und die Bienen mit der nächsten Generation.

Wie sind Sie zum Imkern gekommen?

Martin Alfare: Das Imkern ist für mich ein Hobby, das ich vor etwa 14 Jahren begonnen habe. Damals hat mich meine Tochter dazu überzeugt. Da wir mit den anderen zwei Kindern wegen Eishockey-Matches viel in Österreich unterwegs waren, sie aber mit Eishockey nichts am Hut hatte, wollte sie ein gemeinsames Projekt mit mir starten. Zu der Zeit hatte ich schon länger die Idee, etwas mit Bienen zu machen, hatte aber wegen meines Engagements bei der Feuerwehr nie die Zeit dazu. Wir haben dann gemeinsam einen Kurs besucht, die Grundausbildung gemacht und uns die ersten Völker angeschafft. Nach zwei Jahren hat sie ihren heutigen Mann kennengelernt und eine eigene kleine Imkerei aufgebaut, während ich meinen Bestand hier weiterhin fortgesetzt habe.

Was fasziniert euch an der Arbeit mit Bienen?

Alfare: Was mich fasziniert, ist die absolute Ruhe, die mir dieses Hobby gibt. Es ist ein krasser Gegensatz zu der Hektik und den “schnellen Katastrophen”, die ich sonst oft erlebt habe. Bei den Bienen gibt es keine Hektik und wer versucht, dort mal “schnell” etwas zu erledigen, macht schon den ersten Fehler. Die Bienen wollen, dass man alles mit Ruhe angeht. Wenn ich das Summen höre, überträgt sich das direkt auf mein Gehirn; es ist einfach wahnsinnig beruhigend und ein toller Ausgleich zum treibenden Alltag. Es ist eine Tätigkeit, die sich wirklich mit der Natur verbindet.

Welche Herausforderungen hat man als Imker?

Alfare: Eine der größten Bedrohungen ist die Varroamilbe, die schon die Brut der Bienen schädigt und Viren überträgt. Durch den Klimawandel beginnt die Bruttätigkeit der Bienen immer früher im Jahr, was leider ein riesiger Vorteil für die Milbe ist, da sie sich so viel länger vermehren kann. Zudem bereitet sie uns die “Vespa Velutina”, die asiatische Hornisse, große Sorgen. Momentan breitet sie sich in Europa aus und ist bekannt dafür, dass sie massenweise Bienen frisst. Auch die Wettersituation wird unberechenbarer. In Vorarlberg hatten wir letztes Jahr im Schnitt nur etwa zehn Kilogramm Honig pro Volk, während es in Innenösterreich bis zu 80 Kilogramm sein kann.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Alfare: Wenn ich an die Zukunft denke, blicke ich grundsätzlich sehr positiv nach vorne. Ein großer Wunsch von mir ist, dass weiterhin mich viele Kinder und Jugendliche besuchen kommen, um die Natur hautnah zu erleben und die Angst vor den Bienen zu verlieren. Bienen sind von Natur aus nicht böse oder aggressiv, und wir züchten extra sanftmütige Völker.