Energiepreise treiben Solarboom an

Der Irankrieg wirkt wie ein Katalysator für die Nachfrage nach Solartechnik. Ausschlaggebend sind die Sorge um Versorgungssicherheit, stark schwankende Preise für Öl und Gas sowie der Wunsch nach energetischer Unabhängigkeit. Seit Ende Februar haben Angriffe auf die Energieinfrastruktur im Nahen Osten und die Blockade der Straße von Hormus die globalen Energiemärkte erheblich verunsichert. Rund ein Drittel des weltweiten Ölhandels und etwa 20 Prozent der Flüssiggastransporte passieren normalerweise diese Meerenge – entsprechend heftig fielen die Preisreaktionen aus.
Besonders deutlich zeigt sich der Nachfrageschub in Regionen mit hoher Importabhängigkeit. In Europa entwickeln sich die Märkte in Deutschland, Italien und Spanien dynamisch – zunehmend auch in Mittel- und Osteuropa. So vermeldete der deutsche Konzern E.On im März 2026 einen sprunghaften Anstieg des Interesses an Solaranlagen, Batteriespeichern und Wärmepumpen. Ähnliche Beobachtungen machen Installateure und Händler: Nach einem ruhigen Jahresauftakt habe sich die Nachfrage binnen weniger Tage deutlich gesteigert, berichten Branchenvertreter – vor allem bei kleineren Anlagen wie Balkonkraftwerken.
Dabei setzen längst nicht mehr nur private Haushalte auf Solarenergie. Vor allem energieintensive Betriebe versuchen, ihre Stromkosten besser planbar zu machen, indem sie Photovoltaikanlagen auf Dächern und Freiflächen errichten oder langfristige Stromabnahmeverträge mit Solarparkbetreibern abschließen. Im Vordergrund stehen wirtschaftliche Kalkulierbarkeit und Absicherung gegen weitere Preisschocks.
Noch größer ist der Druck in Asien. Öl und Gas beziehen Länder wie Japan, Südkorea und Taiwan aus dem Golfraum und reagieren entsprechend sensibel auf Lieferunterbrechungen. Das Interesse an heimischer erneuerbarer Stromerzeugung wächst dort spürbar. In China und Indien beschleunigen staatliche Programme den Ausbau von Solar- und Windkraft, um die Abhängigkeit von teuren fossilen Energieimporten zu verringern.
Der Mechanismus ist bekannt: Steigen die Preise für fossile Energieträger, gewinnt selbst erzeugter Solarstrom an Attraktivität. Wie bereits nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Jahr 2022 reagieren Haushalte und Unternehmen mit Investitionen in erneuerbare Eigenversorgung. Anders als früher wird der Ausbau dabei weniger mit Klimaschutz begründet, sondern mit Stabilität, Versorgungssicherheit und langfristiger Kostenkontrolle.
