125 Jahre Dornbirn: Die größte Stadt Vorarlbergs im Wandel der Zeit

Heuer feiert die Stadt Dornbirn 125 Jahre Stadterhebung. Ein Blick auf bekannte Orte zeigt, wie sich das Stadtbild verändert hat.
Seit der Stadterhebung im Jahr 1901 hat sich Dornbirn von einer Marktgemeinde zur größten Stadt Vorarlbergs entwickelt. In den vergangenen 125 Jahren ist die Stadt gewachsen, neue Wohngebiete und Verkehrsverbindungen sind entstanden, Betriebe haben sich angesiedelt und das öffentliche Leben hat sich stetig verändert. Gleichzeitig haben zahlreiche Orte ihren besonderen Charakter bewahrt und erinnern bis heute an frühere Zeiten.
Anlässlich des Jubiläums wirft die NEUE einen Blick zurück und vergleicht historische Fotografien mit aktuellen Aufnahmen. Die Bilder zeigen, wie sich Plätze, Bauwerke und Ausflugsziele im Laufe der Jahrzehnte verändert haben. Manche Ansichten sind kaum wiederzuerkennen, andere wirken trotz des zeitlichen Abstands erstaunlich vertraut.
Die Gegenüberstellung macht sichtbar, was geblieben ist, was neu entstanden ist und wie sich Dornbirn Schritt für Schritt weiterentwickelt hat. Sie erzählt von 125 Jahren Stadtgeschichte und lädt dazu ein, bekannte Orte aus einer neuen Perspektive zu entdecken.

Vorarlberg früher und heute: Hier gehts zur interaktiven Vorarlberg-Karte

Marktplatz: Von der befahrenen Straße zur Fußgängerzone
Der Marktplatz in Dornbirn war schon früh das Zentrum des öffentlichen Lebens. Hier wurde gehandelt, gefeiert und das gesellschaftliche Leben der Stadt geprägt. Bis 1989 herrschte auf dem Platz reger Autoverkehr. Heute ist er eine Fußgängerzone und Treffpunkt für den beliebten Dornbirner Wochenmarkt.
Mitten am Marktplatz steht das Rote Haus, das mit seiner markanten Fassade zu den bekanntesten Wahrzeichen Dornbirns zählt. Gemeinsam mit den umliegenden Gebäuden prägt es das Bild der Innenstadt. Bis heute ist der Marktplatz ein beliebter Ort für Begegnungen, Veranstaltungen und das Leben in der Stadt.

Rathaus: Mit der Stadt gewachsen
Das Rathaus prägt das Zentrum Dornbirns seit mehr als 200 Jahren. Sein ältester Teil, das Alte Rathaus, wurde 1795 erbaut und bildet bis heute das Herz des Gebäudekomplexes. Im Laufe der Zeit wurde das Rathaus mehrfach erweitert und an die wachsenden Anforderungen der Stadt angepasst.
Vor dem Rathaus erinnert das Waibel-Denkmal an Bürgermeister Johann Georg Waibel. Während seiner Amtszeit wurde Dornbirn im Jahr 1901 zur Stadt erhoben. Das Denkmal wurde 1910 errichtet und zählt heute zu den markanten Erinnerungsorten der Dornbirner Stadtgeschichte.

Gasthaus Gütle: Kaiser Franz Joseph und das erste Telefonat
Das Gasthaus Gütle zählt zu den bekanntesten Einkehrorten Dornbirns. Ursprünglich wurde das Gebäude als Wohnhaus für Arbeiter der nahe gelegenen Spinnerei errichtet. Als der Platz nicht mehr ausreichte, wurde es zur Gastwirtschaft umfunktioniert.
Besondere Bekanntheit erlangte das Gütle im Jahr 1881: Kaiser Franz Joseph I. besuchte die Spinnerei und nahm die erste Telefonverbindung der österreichisch-ungarischen Monarchie zwischen dem Gütle und dem Oberdorf feierlich in Betrieb. Der Überlieferung nach kehrte er anschließend im Gasthaus ein. Bis heute erinnert die Geschichte an die enge Verbindung des Gütles mit der Dornbirner Industriegeschichte.

Karrenseilbahn: Ausflugsziel über den Dächern der Stadt
Der Karren zählt seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Ausflugszielen Dornbirns. Um Besucher bequem auf den Hausberg zu bringen, wurde 1956 das „Karrenbähnle“ in Betrieb genommen. Vier Jahrzehnte lang brachte es Wanderer und Ausflügler auf den Berg.
1996 wurde die alte Bahn durch die heutige Karrenseilbahn ersetzt. Seither gelangen Besucher noch komfortabler auf den Karren, der mit seinem Panorama über das Rheintal und seinen Wanderwegen zu den bekanntesten Ausflugszielen der Stadt zählt.

Sägerbrücke: Seit Jahrhunderten eine wichtige Verbindung
Die Sägerbrücke zählt seit Jahrhunderten zu den wichtigsten Verbindungen in Dornbirn. Bereits vor rund 450 Jahren soll an dieser Stelle die erste Brücke über die Dornbirner Ach entstanden sein. Sie verband nicht nur verschiedene Ortsteile, sondern war auch ein wichtiger Verkehrsweg für Menschen, Waren und Vieh.
Im Laufe der Zeit wurde die Brücke mehrfach erneuert. Auf gedeckte Holzbrücken folgten Eisenkonstruktionen, bevor Anfang der 1960er-Jahre die heutige Eisenbetonbrücke errichtet wurde. Rund um die Sägerbrücke entwickelte sich über viele Jahrzehnte ein lebendiger Ortsteil mit Gasthäusern, Gewerbebetrieben und Schulen.

Rappenloch und Alploch: Naturjuwele mit bewegter Geschichte
Schon früher zogen die Rappenloch- und Alplochschlucht Naturfreunde in ihren Bann. Die spektakulären Felsformationen, steilen Schluchtwände und tosenden Wassermassen machen die beiden Schluchten bis heute zu den beliebtesten Ausflugszielen Dornbirns.
Im Laufe der Zeit wurden die Wege und Stege immer wieder ausgebaut und an die Natur angepasst. Bundesweit bekannt wurde das Rappenloch im Jahr 2011, als ein gewaltiger Felssturz die Brücke und Teile der Schlucht zerstörte. Heute ermöglichen neue Steganlagen wieder eindrucksvolle Einblicke in die beiden Naturjuwele.
Chronik: 125 Jahre Stadt Dornbirn
Seit der Stadterhebung im Jahr 1901 hat sich Dornbirn von einer Marktgemeinde zur größten Stadt Vorarlbergs entwickelt. Wirtschaftlicher Aufschwung, gesellschaftlicher Wandel und zahlreiche Bauprojekte haben das Gesicht der Stadt geprägt. Die Chronik zeigt ausgewählte Meilensteine aus 125 Jahren Dornbirner Stadtgeschichte.