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Der Vorarlberg-Check zur Sonnenfinsternis: Zeitfenster, Sichtpunkte und Schutz

11.08.2026 • 15:59 Uhr
Der Vorarlberg-Check zur Sonnenfinsternis: Zeitfenster, Sichtpunkte und Schutz
Die partielle Sonnenfinsternis beginnt in Vorarlberg um 19.24 Uhr. Hofmeister/Stiplosek

Am Mittwochabend können Himmelsbeobachter in Vorarlberg eine partielle Sonnenfinsternis sehen. Wann das Spektakel beginnt, wo der beste Blick möglich ist und warum eine normale Sonnenbrille nicht ausreicht, zeigt der große FAQ-Check.

1, Wo und wann findet die Sonnenfinsternis statt?

Antwort: “Im Westen von Österreich schiebt sich um 19.24 Uhr der Neumond vor die tief im Westen stehende Sonnenscheibe”, erklärt Astronom Robert Seeberger aus Bludenz. Die maximale Verdunkelung findet fast eine Stunde später, um 20.17 Uhr, statt. Dann stehen Sonne und Mond gerade einmal 2,5 Grad über dem Horizont. Um 20.37 Uhr geht die teils verdunkelte Sonne im Westen unter. Somit kann das Naturspektakel für über eine Stunde am Himmel beobachtet werden.

Der Vorarlberg-Check zur Sonnenfinsternis: Zeitfenster, Sichtpunkte und Schutz
Die letzte partielle Sonnenfinsternis in Vorarlberg fand hinter Wolken statt. Dieses Mal sollte das Wetter jedoch mitspielen. Stiplovsek

2. Was muss ich beachten, wenn ich die Sonnenfinsternis anschaue?

Antwort: Dass eine Sonnenfinsternis keinesfalls mit bloßen, nackten Augen angesehen werden darf, ist inzwischen wahrscheinlich den meisten bewusst. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine sogenannte solare Retinopathie. Die Schäden können sich durch beispielsweise verschwommenes Sehen, einen dunklen oder blinden Fleck genau in der Mitte des Sichtfeldes, verzerrtes Sehen (gerade Linien erscheinen krumm), verändertes Farbsehen und erhöhte Lichtempfindlichkeit äußern. Diese Symptome können dann je bereits nach ein paar Stunden wieder verschwinden, im schlimmsten Fall aber auch für das restliche Leben bestehen bleiben. Wer die Sonnenfinsternis trotzdem sehen möchte, braucht dazu eine sogenannte Finsternisbrille.

3. Warum reicht meine Sonnenbrille nicht aus?

Antwort: Eine Sonnenbrille lässt zu viel Licht durch, um einen ausreichenden Schutz bei diesem Vorhaben darzustellen. Für das Betrachten der partiellen Sonnenfinsternis braucht man deswegen eine spezielle Sonnenfinsternisbrille beziehungsweise einen Sonnenfilter, welcher dem ISO 12312-2 Standard entspricht.

Sonnenfinsternis
Sonnenfinsternisbrillen gibt es meist bei Optikern zu kaufen. Hofmeister

4. Woher bekomme ich eine Sonnenfinsternisbrille?

Antwort: Finsternisbrillen bekommt man für gewöhnlich beim Optiker. Narek Zakharyan, Filialleiter von Sehen!Wutscher im Messepark Dornbirn, erzählt dazu gegenüber der NEUE: „Alleine gestern hatten wir über 1000 Anfragen bezüglich der Finsternisbrillen.“ Aufgrund dessen waren die Finsternisbrillen am Dienstagmittag dort auch zeitweise ausverkauft. Die nächste Ladung an Finsternisbrillen kam dann am Dienstagnachmittag bei Sehen!Wutscher an.

5. Kann ich meine eigene Finsternisbrille bauen?

Antwort: Nein, wer die Sonnenfinsternis sehen und dabei nicht die Qualität der eigenen Sehkraft aufs Spiel setzen möchte, braucht einen Sonnenfilter, welcher dem Standard ISO 12312-2 entspricht. Dieser ist auch in den handelsüblichen Finsternisbrillen verbaut. Online kursieren zwar immer wieder Anleitungen für selbst gebastelte Filter aus Sonnenbrillen, Rettungsdecken, CDs oder DVDs, rußgeschwärztem Glas, Foto- oder Verpackungsfolie. Diese sind nicht sicher und können zu dauerhaften Netzhautschäden führen.

6. Von wo aus sehe ich die Sonnenfinsternis am besten?

Antwort: „Ein freier Blick nach Westen beziehungsweise nach Nordwesten ist wohl am wichtigsten“, betont Astronom Seeberger. Da die Sonne bereits am Untergehen ist, wenn der Mond sich vor sie schiebt, kann es gut sein, dass sich die Schweizer Berge allzu bald das Spektakel verdecken. Deshalb sei es laut Seeberger auch sinnvoll, sich auf die Berge zu begeben und von dort aus die Sonnenfinsternis zu verfolgen. Hierfür würden sich unter anderem der Pfänder oder das Bödele als Aussichtspunkte anbieten. Zusätzlich laden die Vorarlberger Amateurastronomen ab 19 Uhr zur Beobachtung auf der Wiese vor der Basilika Bildstein ein.

Der Vorarlberg-Check zur Sonnenfinsternis: Zeitfenster, Sichtpunkte und Schutz
Aus dem Archiv: Schaulustige auf dem Pfänder bei der Sonnenfinsternis 1999. Stiplovsek

7. Kann man die Sonnenfinsternis mit dem Handy fotografieren?

Antwort: Ja, zu beachten ist dabei jedoch, dass für die gängigen Kamerasensoren die gleichen Bedingungen wie für das menschliche Auge gelten. Wer die Linse direkt auf die Sonne richtet, riskiert Schäden am Sensor der Kamera. Die Gefahr lässt sich jedoch leicht umgehen, wenn man eine Finsternisbrille beziehungsweise eine Folie mit dem ISO-12312-2-Standard vor die Kameralinse hält.

8. Wann findet das nächste astronomische Event statt?

Antwort: Noch am selben Abend sind etliche Sternschnuppen zu sehen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag erreichen die Perseiden ihr Maximum. Die Perseiden sind winzige Staub- und Gesteinsteilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn hinterlassen hat. Jedes Jahr fliegt die Erde durch diese Staubspur. Die Teilchen rasen mit hoher Geschwindigkeit in unsere Atmosphäre und bringen die Luft zum Leuchten. Das sehen wir als Sternschnuppe. Am Mittwoch ab ungefähr 22 Uhr sind sie besonders gut zu sehen.