Kiosk schließt nach nur vier Monaten

Nicht wegen fehlender Gäste, sondern wegen eines Rechtsstreits muss der Kiosk International schließen.
Erst Anfang Mai eröffnete in der Belruptstraße am Fuße der Pfänderbahn der Kiosk International (KI). Dabei handelt es sich um ein Projekt von Roland Lang und Rahel Schoenthal, die sich als Betreiber des im vergangenen Jahr geschlossenen Hotels und Biergarten Honolulu im Weiherviertel einen Namen gemacht haben.
Klage vom Nachbar
Nach vier Monaten ist aber schon wieder Schluss. Grund für das abrupte Ende ist die Klage eines Anwohners. Laut Betreiber-Paar geht es hauptsächlich darum, dass vor dem Kiosk keine Menschen an Tischen sitzen und konsumieren sollen. Am 31. August sperrt der Kiosk International deshalb endgültig zu. In einem ausführlichen Instagram-Post schreiben die Wirte, sie hätten an der „neuralgischen Stelle“ einen schönen Ort mit drei, vier Tischen schaffen wollen. Ein unkomplizierter Treffpunkt für die Nachbarschaft, Touristen und Schüler in den Sommermonaten, der um 20 Uhr schließt. In den kälteren Monaten noch früher. Das habe auch funktioniert, „jung und älter“ hätten den Ort angenommen. Doch der Konflikt mit einem Nachbarn habe die Situation zunehmend belastet.

Im Gespräch mit den NEUE betont Lang, dass nicht er und Schoenthal verklagt würden, sondern der Eigentümer des Kiosks. Es handle sich um eine private Rechtsstreitigkeit. Man habe lange gehofft, die Angelegenheit im persönlichen Gespräch lösen zu können. Das sei aber nicht gelungen. Besonders unangenehm sei für die Betreiber gewesen, dass Gäste laut Lang über Wochen fotografiert worden seien. „Wenn man ständig unter Beobachtung steht, und jeder Tisch, der zehn Zentimeter falsch steht, beanstandet wird, dann ist das kein Zustand“, so Lang.
Über 500 Unterschriften
Mehr als 500 Menschen aus der Nachbarschaft hätten für den Erhalt des Ortes unterschrieben. Juristisch habe das aber keine Relevanz.
Auch Bürgermeister Michael Ritsch meldete sich unter dem Instagram-Post zu Wort. Man sei mit den Betroffenen im Austausch gewesen, schrieb er. Die Möglichkeiten der Stadt seien hierbei jedoch „sehr begrenzt“, beziehungsweise rechtlich gar nicht vorhanden gewesen.
Metro Kino
Ganz aufgeben wollen sie die Idee eines Kiosks als sozialen Treffpunkt nicht. Nur an dieser Stelle gehe es nicht weiter. Man wolle zunächst Ruhe bekommen und sich auf das Metro-Kino konzentrieren. „Wir halten die Augen offen“, sagt Lang.