Philippinische Küche in Bludenz: Das „Mabuhay“ verbindet zwei Welten

In ihrem Lokal vereinen Sheila und Andreas Moser philippinische Spezialitäten mit heimischer Küche. Die gebürtige Philippinerin möchte den Vorarlbergern ihre Nationalgerichte näherbringen.
Seit April des vergangenen Jahres ist die Bludenzer Innenstadt um ein Lokal reicher. Das Mabuhay ist vom Bahnhof fußläufig erreichbar und hebt sich mit seiner roten Fassade merklich vom Rest der Bludenzer Innenstadt ab. Mabuhay ist philippinisch und bedeutet übersetzt so viel wie Willkommen.
Viele Einflüsse
Andreas und Sheila Moser erinnern sich noch bildlich an die Anfänge des Lokals: „Eines Abends, meine Frau und ich saßen gemütlich zusammen, sagte Sheila, dass sie gerne ein philippinisches Lokal eröffnen wolle. Ich meinte darauf zu ihr, dass es dafür doch schon genügend Angebot in Vorarlberg gäbe, doch sie korrigierte mich. Wir sind die ersten, die diese Küche anbieten“, erzählt Andreas Moser.
Die philippinische Küche zeichnet sich durch vielfältige Einflüsse aus den verschiedensten Regionen dieser Welt aus. Sie vereint die spanisch-mexikanische, chinesische, indische, japanische und amerikanische Küche. Reis bildet hier die Grundlage bei fast jeder Mahlzeit.

Besonders gerne mag der Wirt die verschiedenen Variationen des „Adobo“ und „Pancit“ seiner Frau. „Adobo“ bezeichnet ein Schmorgericht und gilt als die Nationalspeise der Philippinen. Es kann aus Fisch oder Fleisch bestehen und wird in Sojasauce, Essig, Knoblauch und Lorbeerblättern geschmort. „Pancit“ bezeichnet verschiedene chinesisch inspirierte Nudelgerichte. „Hier in Vorarlberg kennen sich die wenigsten Menschen mit philippinischer Küche aus. Das finde ich schade, und es sollte sich definitiv ändern“, sagt Moser.
Zwei linke Schuhe
Seine Frau und er sind nun schon seit 27 Jahren verheiratet. Kennengelernt haben sie sich, wie sollte es auch anders sein, auf den Philippinen. „Sheila hat in einem Schuhgeschäft gearbeitet und mir versehentlich zwei linke Schuhe eingepackt“, schmunzelt Moser. Er arbeitete zu diesem Zeitpunkt als Taxifahrer. Durch Zufall trafen die Beiden sich ein zweites Mal. „Da sind wir dann zusammengekommen und seitdem waren wir nie mehr getrennt.“ Andreas Moser lebte selbst 23 Jahre lang auf den Philippinen, wie er erzählt.

Was die wenigsten wissen: Die Philippinen sind zwar ein eigenes Land, umfassen jedoch mehr als 7000 Inseln. Deswegen wird der Staat gerne auch als Inselstaat bezeichnet. Die Hauptstadt des Landes ist Manila, die Amtssprachen sind Filipino und Englisch. Mit einer Einwohnerzahl von circa 117 Millionen Menschen ist das Land in etwa so groß wie Ägypten (ungefähr 120 Millionen).
Verbindung zweier Welten
Das Restaurant in der Rathausgasse zeichnet sich durch die Verbindung der philippinischen und der heimischen Küche aus. Kommt man ins Lokal, wird man sofort auf den großen Stammtisch aufmerksam. In großen geschwungenen Lettern wird er direkt hinter der Eingangstüre angeschrieben. Heimelig ist auch ein Blick in die Speisekarte: Neben den philippinischen Spezialitäten finden sich Wurstsalat, Lammsteak und Rinderfilet mit Kartoffeln. Auch der Rest des Lokals wirkt eher traditionell, über die Wände ziehen sich Bilder von Bergen, Bauern, Kühen und Trachten. Nachmittags wird hier Kaffee und Kuchen angeboten, die Atmosphäre eines À-la-carte-Restaurants weicht der eines Kaffeehauses. Die beiden Wirte wirken vertraut mit ihren Gästen, man kennt sich und ist mit fast allen per Du. Die Bar bildet das Herzstück des Restaurants. Direkt dahinter erhascht man einen Blick in die offene Küche, aus der zu Stoßzeiten, der heimischen Nase unbekannte, Gerüche wehen.

„In Vorarlberg gibt es mehr Menschen mit philippinischer Herkunft, als wir denken. Uns ist es wichtig, dass alle etwas zu essen finden. Manche sind vielleicht nicht so probierfreudig und verlassen sich gerne auf Gewohntes, während die Partnerin die philippinische Küche schätzt.“ Als Special-Event veranstalten die Mosers in regelmäßigen Abständen die sogenannten „Filipino-Partys“. Dabei wird vor dem Lokal ein großes Buffet angerichtet, das nicht nur heimische Gäste anlockt: „Da kommen sogar Interessierte aus der Schweiz. Besonders schön ist dieses Event natürlich im Sommer.“ Das nächste Event ist für Mitte September geplant, wie die beiden verraten.

Familienbetrieb
Von Montag bis Freitag bietet das Mabuhay ein Mittagsmenü an, ansonsten können sich die Gäste auf À-la-carte freuen. „Meine Frau erfüllt aber auch sehr gerne kulinarische Sonderwünsche“, schmunzelt der Wirt. Seit einiger Zeit arbeitet auch die Tochter der beiden im Lokal, damit erfüllen sie sich den Traum vom waschechten Familienbetrieb.
Obwohl die philippinische Küche sich auf andere Produkte als die österreichische stützt, legen die Mosers großen Wert auf Regionalität. „Meine Frau achtet da sehr darauf“, versichert der Gastronom. Sein Lieblingsgericht ist indes „Escaeche“. Das ist ein frittierter Fisch, der traditionell mit einer süß-sauren Sauce aus Essig, Zucker, Ingwer, Zwiebeln, Knoblauch, Paprika und oft auch Ananasstücken übergossen wird.
Kontakt
Mahubay
Adresse: Rathausgasse 1a, 6700 Bludenz
Telefon: 05552 21889
Öffnungszeiten: Montag bis Sonntag 11.30 bis 22 Uhr, Mittwoch Ruhetag
Reservieren: per Telefon