Wenn Eis Familiensache ist: Tino Aliu über seinen Alltag in der Eisdiele

Tino Aliu (27) arbeitet seit vier Jahren in der Eisdiele Portofino als Eisverkäufer. Der Laden ist ein echter Familienbetrieb.
Von Hannah Swozilek
neue-redaktion@neue.at
Wie sind Sie zu dem Beruf des Eisverkäufers gekommen?
Tino Aliu: Mein Vater produziert das Eis an unserem Standort in Dornbirn selbst, am Standort in Höchst übernimmt das mein Bruder und meine Schwägerin arbeitet im Verkauf. Wir sind ein echter Familienbetrieb.
Was ist Ihr Fazit zum bisherigen Sommer?
Aliu: Wenn ich, rein von den Zahlen, den Vergleich zu letztem Jahr ziehe, dann war dieser Sommer in etwa gleich wie letztes Jahr. Was allerdings aufgefallen ist, dass die Menschen mehr Sorbet anstelle der klassischen Kugel Eis nachfragen. Das sind eher wässrige, fruchtige Sorten, wie zum Beispiel Feigen-Sorbet, Ananas-Sorbet und Apfel-Sorbet. Ich führe das auf die langanhaltende Hitze zurück.
Was sind Ihre beliebtesten Eissorten? Merkt man eine trendbedingte Veränderung?
Aliu: Das merkt man auf jeden Fall, die Leute fragen nach trendigen Eissorten. Wir haben jedoch selbst besondere Eigenkreationen, die häufig nachgefragt werden. Das sind zum Beispiel „Mozart“, angelehnt an die Mozartkugel, Apfelstrudel, Nutella, oder gesalzenes Karamell.
Wie gehen Sie mit Stresssituationen um?
Aliu: Dafür gibt es leider kein Geheimrezept. Man muss einfach lächeln und weitermachen.
Was wollten Sie als Kind werden?
Aliu: Eigentlich immer Polizist (lacht). Ich bin in Kroatien aufgewachsen und habe nach meinem Studium angefangen, in der Gastronomie zu arbeiten. So habe ich mich in eine komplett andere Richtung entwickelt.
Was lernt man über Menschen, wenn man jeden Tag hinter einer Eis-Theke steht?
Aliu: Man lernt tatsächlich sehr vieles über sie, obwohl man mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun hat und das aber immer nur für einen kurzen Moment. Es gibt hektischere Menschen, es gibt ruhigere, es gibt Menschen, die können blitzschnell eine Entscheidung treffen, andere wiederum überhaupt nicht. Eine kleine Geste sagt viel über eine Person aus.
Gibt es einen Moment während Ihrer Arbeit, an den Sie sich besonders gerne zurückerinnern?
Aliu: Vor einigen Wochen kam an einem Vormittag eine Lehrerin mit einer Schulklasse mit etwa 33 Kindern. Ich habe sie noch bedient, musste danach aber rasch nach Höchst zu unserem anderen Standort. Am Nachmittag habe ich die Dame dann, gemeinsam mit Ihrem Partner, in Höchst bedient. Wir mussten beide über den Zufall lachen, sie hat mich gefragt, ob ich mich hierhin teleportiert hätte.
Wie wetterabhängig ist eine Eisdiele?
Aliu: Sehr sogar. Wenn schlechtes Wetter ist, verkaufen wir 60 bis 70 Prozent weniger Eis, als an einem schönen Tag. Momentan produzieren wir deshalb lieber eine etwas geringere Menge an Eis, damit wir keine Lebensmittel verschwenden und unsere Eiscreme immer frisch ist.