Wie Julian Klehenz Pflanzen vor Hitze und Pilzrisiken schützen will

Tief im Montafon, in Partenen um genau zu sein, arbeitet Julian Klehenz mit Sensoren und Auswertungsprogrammen an der Modernisierung der Agrarwirtschaft
Was ist J-tec?
Klehenz: Meine Firma, das „J“ im Namen steht dabei einfach für meinen Vornamen. Mit J-Tec biete ich Anlagen zur Überwachung und Auswertung von Daten im Gartenbau und in der Landwirtschaft an.
Woher kam die Idee?
Klehenz: Ich habe unter anderem eine Ausbildung zum Automatisierungstechniker absolviert. Bevor ich J-Tec gegründet habe, baute ich Lampen für Pflanzen. Dabei ging es auch darum, zu untersuchen, wie sich unterschiedliche Beleuchtung auf das Wachstum und die Gesundheit von Pflanzen auswirkt. Schon damals beschäftigte ich mich damit, wie sich der Zustand und die ideale Anbauumgebung für verschiedene Pflanzensorten in der Agrarwirtschaft ermitteln lassen. Schnell erkannte ich, dass in der Wissenschaft bereits viele Erkenntnisse vorliegen, in der Wirtschaft jedoch nur wenig davon tatsächlich zum Einsatz kommt. Mit meinen Anlagen möchte ich das ändern.

Wie funktioniert das System?
Klehenz: Mit den Sensoren kann ich etwa den Säuregehalt des Bodens, den Stickstoff- und Sauerstoffgehalt der Luft sowie die Temperatur an den Pflanzen messen. Die erhobenen Daten werden anschließend in einem eigenen Programm gesammelt und ausgewertet. Seit diesem Sommer kann ich außerdem den Hitzestress bei Pflanzen messen. Bei hohen Temperaturen ist nicht nur entscheidend, welchen Höchsttemperaturen eine Pflanze ausgesetzt ist, sondern auch, wie lange die Hitze anhält. Das Programm wertet die Daten über einen längeren Zeitraum aus, sodass Gärtner und Landwirte rechtzeitig und optimal reagieren können.
Hat dich das Projekt schon ins Ausland geführt?
Klehenz: Anfang des Jahres war ich beispielsweise in Südamerika bei einem Blumenzüchter, der in Gewächshäusern hauptsächlich Rosen anbaut. Vor Ort habe ich ein System installiert, das ich direkt an die Bedürfnisse der Blumen angepasst habe.
Was ist für die Zukunft geplant?
Klehenz: Mein Ziel ist es, Kunden dabei zu unterstützen, ihre Abläufe zu optimieren, Erträge und Wirtschaftlichkeit zu steigern sowie Probleme durch Schädlinge, Krankheiten, Hitze und Wasserknappheit frühzeitig zu erkennen oder zu reduzieren.