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Sein Platz ist über den Wolken

23.10.2026 • 11:11 Uhr
Sein Platz ist über den Wolken
Für Andreas Seeburger ist jeder Rundflug ein besonderes Erlebnis. Hartinger

Andreas Seeburger ist seit 41 Jahren Hobby-Pilot. Was als spontane Einladung begann, ist längst zu einer großen Leidenschaft geworden.

Wie sind Sie zum Fliegen gekommen?

Andreas Seeburger: Ganz unerwartet. Mit dem Fliegen hatte ich vorher nichts am Hut. Ein Nachbar, der Fluglehrer war, sagte eines Abends: „Morgen gehen wir fliegen und du machst den Flugschein.“ Am nächsten Tag fuhren wir nach Hohenems. Ich setzte mich ins Flugzeug und lernte nach dem Prinzip „learning by doing“. Mitfliegen durfte ich schon davor, selbst den Flugschein zu machen, hatte ich aber nicht geplant.

Was war beim Fliegenlernen die größte Herausforderung?

Seeburger: Lustigerweise habe ich das Ganze sehr gelassen auf mich zukommen lassen. Ein bisschen angespannt war ich natürlich, für mich war es aber eher ein Abenteuer. Beim Fliegen muss man viel nachdenken und immer voll da sein. Natürlich kann man in windigere Luftschichten oder schlechtes Wetter kommen. Vor jedem Flug ist aber eine gesetzlich vorgeschriebene Vorbereitung nötig, zu der auch das Wetterbriefing gehört.

Was macht einen schönen Flug für Sie aus?

Seeburger: Jeder Rundflug ist wunderschön. Die Wetterbedingungen sind immer anders: Mal mit Wolken, dann wieder blauer Himmel. Besonders gerne denke ich an die Flüge mit Kindern mit Handicap zurück, die ich vor 26 Jahren begonnen habe. Die dankbaren, lachenden Kinderaugen sind tief in meinem Herzen verankert.

Gibt es ein Flug, der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Seeburger: Bei einem Kinderflugtag saß ein Junge im Flugzeug neben mir. Ich fragte ihn, ob er auch einmal probieren wolle zu fliegen, da dies viel mit dem Gleichgewichtssinn zu tun hat und man es schnell lernen kann. Begeistert sagte er Ja – da klopfte mir seine Mutter auf die Schulter: „Andreas, du weißt aber schon, dass mein Sohn blind ist?“ Der Junge hat laut angefangen zu lachen. Ich bin oft überrascht, wie gut blinde oder sehbehinderte Menschen ihr Gleichgewicht spüren.

Wie bereiten Sie sich auf den Start vor?

Seeburger: Mit einer Checkliste: Klappen gesetzt, Gäste angeschnallt, Fenster verriegelt, Benzinhahn offen. Nach 41 Jahren Flugerfahrung muss man auch auf sich achten und sich fragen: Wie gehe ich mit Stresssituationen um, wie ist mein Befinden? Dazu gehe ich jährlich zum Fliegerarzt. Ich hoffe, dass ich meine Leidenschaft noch einige Zeit ausüben kann.