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Bunte Playmobilwelt der Familie Butterweck

11.11.2020 • 14:00 Uhr
Teilen ihr Heim mit Tausenden Playmobil-Objekten: Andrea und Marcel Butterweck. <span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Teilen ihr Heim mit Tausenden Playmobil-Objekten: Andrea und Marcel Butterweck. Klaus Hartinger

In Lusten­au wohnt Ehepaar Butterweck, das Playmobil sammelt.

Bereits beim Betreten der Dachgeschosswohnung von Andrea und Marcel Butterweck fällt etwas auf, das sich sprichwörtlich wie ein roter Faden durch die ganze Wohnung des Paares zieht: Playmobil. In allen Zimmern und Ecken und sogar am stillen Örtchen sind Modelle oder Figuren aus dem Plastikuniversum des deutschen Herstellers zu finden.

Ein Blick zurück in Ihre Kindheit: Haben Sie viel gespielt und vor allem womit?
Andrea Butterweck:
Mein Dad ist ein Westernfan. Somit war es naheliegend, dass ich ein Playmobil-Westernset bekam: eine Lagerfeuerszene.
Marcel Butterweck: Als Kind habe ich sehr viel mit Playmobil gespielt. Als 1974 die allerersten Sets rauskamen, war ich sieben Jahre alt. Ich erinnere mich an ein Piratenschiff, das ich heute noch habe und zusammen mit meinem Bruder hatte ich eine Ritterburg. Mit Lego und besonders Lego-Technik haben wir auch viel gespielt.

Warum Playmobil und nicht Lego oder Duplo?
Andrea Butterweck:
Playmobil gefällt uns besser, weil es runder, lieblicher ist und mehr Details hat.

<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Wie ist diese Leidenschaft zu Playmobil entstanden und was fasziniert Sie daran genau?
Marcel Butterweck:
Wir haben als Erwachsene diese Leidenschaft wiederentdeckt. Als 2007 unser Sohn zur Welt kam, gab es ein Set mit Tauchexpedition und Korallenriff. Da wir beide Taucher sind, haben wir es natürlich gekauft, mussten es dann aber vier Jahre lang aufbewahren, bis unser Kind damit spielen konnte.
Andrea Butterweck: Genauer gesagt, bis wir gemeinsam mit ihm spielen konnten (lacht).
Marcel Butterweck: Ausschlaggebend für das Sammeln war ein Flohmarkt, auf dem ich ein altes Playmobilset aus meiner Kindheit gefunden habe. Da kamen die Kindheitserinnerungen.
Andrea Butterweck: Als Marcel damit nach Hause kam, ging es auch mir so. Aufgrund von Fotos, die ich im Internet gefunden habe, konnten wir es dann zusammensetzen. Heute ist es einfach. Alle Anleitungen gibt es im Internet zum Herunterladen.

Sie nennen sich „Play History“. Was verbirgt sich dahinter?
Marcel Butterweck:
Wir haben zu Beginn viele Sets zusammengestellt und festgestellt, dass uns das Nachstellen von historischen Szenerien oder einzelnen Geschichten große Freude bereitet. Dadurch entstand auch der Name für unsere Homepage, der genau das auszudrücken versucht, was wir am liebsten tun: „Play History“ Auf der Seite zeigen wir unsere Sammlung, bauen Modelle und arbeiten auch sehr gerne mit Kindern interaktiv zusammen.
Andrea Butterweck: Wir haben auch Ideen, wie wir mit Kindern mithilfe von Playmobil etwas Besonderes machen können.

<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Wie hat Ihr Sohn reagiert, als Sie ein Set nach dem anderen nach Hause gebracht haben?
Andrea Butterweck:
Er hat viel damit gespielt, weil es für uns nicht originalverpackt bleiben musste. Früher gab es in unserem Wohnzimmer immer viel Playmobil aus allen Themenwelten zum Spielen für unseren Sohn und seine Freunde. Mittlerweile hat er auf Playstation umgeschwenkt. Wir ertappen ihn aber immer wieder, wie er etwas sieht, das ihm taugt.

Welches war das erstes Modell und welche Erinnerungen verbinden Sie damit?
Marcel Butterweck:
Ganz klar das Taucherschiff. Da steckt am meisten Emotion dahinter.
Andrea Butterweck: Zur Themenwelt „Afrika“ haben wir zum ersten Mal etwas in einer Schule gemacht. Das war zum 40-jährigen Playmobil-Jubiläum, als uns die Lehrerin unseres Sohnes fragte, ob wir etwas zu diesem Thema hätten.
Marcel Butterweck: Es ist immer wieder aufschlussreich, wenn ich die Ritter von 1974 und die Version heute betrachte. Die Weiterentwicklung der Figuren ist sehr gut zu erkennen.

Woher stammen Ihre Sammelstücke und aus welchen Themenbereichen besteht die Sammlung?
Marcel Butterweck:
Ich würde sagen zu 80 Prozent von Flohmärkten, großteils aus Vorarlberg. Das Tolle an Playmobil-Spielsachen ist, dass es „Made in Europe“ ist, lange hält und dadurch nachhaltig und zeitlos ist. Unsere Schiffe und Ritter sind 40 Jahre alt und zum Teil wie neu. Viele Leute sagen uns, dass sie auf dem Dachboden noch Burgen hätten, diese aber lieber ihren Enkeln hinterlassen würden. So etwas freut uns!
Andrea Butterweck: Themen bei uns sind unter anderem Klassiker wie Ritter, Piraten oder Western, Dinosaurier, Nostalgie (Jahrhundertwende), Fantasy und Afrika sowie Pferdesachen, Züge, Zirkuswelt oder Polarforscher. Was es leider nicht mehr gibt ist das Thema Aliens. Wir beide sind am meisten vom Mittelalter fasziniert.

<span class="copyright">Klaus Hartinger</span>
Klaus Hartinger

Wie viele Objekte umfasst die Sammlung und wie viel haben Sie dafür in etwa ausgegeben?
Marcel Butterweck:
Was rein die Figuren betrifft, sind es circa 12.000. Häuser haben wir um die 100 Stück und rund 15 Piratenschiffe.
Andrea Butterweck: Vor zwei Jahren haben wir zum 800-Jahr-Jubiläum der Stadt Feldkirch eine große Ausstellung in einer Bank gemacht. Die Vorarbeit nahm zwei Monate in Anspruch, jeder von uns wendete rund 120 Arbeitsstunden dafür auf. Die Besucher waren voll begeistert.
Marcel Butterweck: Am wertvollsten ist eine Sammlung, wenn die Sets unbespielt und ungeöffnet sind, aber das war uns nie wichtig. Auf Flohmärkten kaufen wir oft ein Konvolut, wie es in der Fachsprache heißt, also ganze Kisten. Für Sammler ist die Vollständigkeit wichtig, viele Teile können nachbestellt werden. Wir wissen nicht, wie viel wir bisher ausgegeben haben, aber es kommt doch einiges zusammen.

Gibt es noch etwas aus dem Playmobil-Universum, das Sie gerne besitzen würden?
Marcel Butterweck:
Ich hätte gerne alles von Nostalgie. Da gibt es wenig und es ist selten zu finden. Deutschland, Spanien und Griechenland sind sehr Playmobil-affine Länder mit vielen Sammlern, sonst helfen Foren im Internet weiter. Das seltenste Set ist eine Achterbahn, die es nur in Japan gab. Wir kaufen neue Sets vor allem für aktuelle Projekte. So haben wir unlängst für die Gemeinde Lustenau eine Fahrradparade für das „Festivelo“ gemacht und dafür ein paar neue Stadthäuser gekauft.
Andrea Butterweck: Wir sind seit 30 Jahren ein Paar. Neben der beruflichen Selbstständigkeit arbeiten wir eng zusammen, das verbindet. Beim Arbeiten mit Playmobil ergänzen wir uns.

Zu den Personen

Andrea und Marcel Butterweck

Andrea, geboren 1973 in Lustenau, Marcel, geboren 1967 in ­Lustenau.

Selbstständig in der IT-Branche, Softwareentwicklung und -schulung tätig. Ein Sohn (13 Jahre).

Hobbys: Playmobil, Tauchen, Fotografie, Lesen, Geschichte, Karate

Kontakt: www.playhistory.at

Was planen Sie mit Ihrem Playmobilschatz für die nahe Zukunft?
Marcel Butterweck:
Wir möchten unsere Sammlung öffentlich machen, denn es ist schade, wenn alles nur in Kisten liegt. Uns schwebt aber kein klassisches Museum vor, sondern eine interaktive Spielwelt, in der Kinder unter Anleitung Modelle bauen, Stop-Motion-Trickfilme oder VR-Videos erstellen und viel experimentieren können.
Andrea Butterweck: Richtig. Unser Ziel ist es, die klassische Spielwelt mit moderner Technik kindgerecht zu verbinden. Daher suchen wir aktuell nach geeigneten Räumlichkeiten, um dies zu realisieren. Natürlich auch Investoren. Ein entsprechendes pädagogisches Konzept ist bereits vorhanden.

Kann Sie die Firma Playmbobil dabei nicht unterstützen?
Marcel Butterweck:
Unterstützung durch Playmobil würden wir uns wünschen, sind wir doch einer der größten Sammler Österreichs. Auf Nachfrage können wir jedes Thema anbieten, von der Skihütte mit Seilbahn bis zum Modell einer Baustelle. Und sollte ein Teil nicht vorhanden sein, dann kann ich es mit dem 3D-Drucker nachdrucken.

Bella Koeck