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Anklage: Rassismus und Morddrohungen

03.03.2022 • 22:29 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
Der Prozess am Landesgericht Feldkirch wurde vertagt, weil die mutmaßlichen Opfer noch nicht aussagen konnten. <span class="copyright">Hartinger</span>
Der Prozess am Landesgericht Feldkirch wurde vertagt, weil die mutmaßlichen Opfer noch nicht aussagen konnten. Hartinger

Noch kein Urteil im Prozess gegen Angeklagte, die Afri­kanerinnen beleidigt und bedroht haben soll.

“Rassismus und Drohungen“ würden der Angeklagten im Strafantrag der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, sagte der öffentliche Ankläger. Demnach soll die Angeklagte aus dem Bezirk Feldkirch der schwarzafrikanischen Mitschülerin ihrer Tochter und deren Mutter angedroht haben, ihnen Männer vorbeizuschicken, die ihre Familien umbringen. Zudem soll sie aus ihrem Auto heraus vor der Schülerin mit ihren Fingern eine Pistole geformt und Geräusche einer Maschinenpistole nachgeahmt haben. Des Weiteren wird der 49-Jährigen zur Last gelegt, sie habe die beiden Schwarzafrikanerinnen als stinkende Gorillas bezeichnet, die gar nicht hier in Österreich sein dürften.

Freispruch beantragt

In der Hauptverhandlung am Donnerstag am Landesgericht Feldkirch erging noch kein Urteil, weil die beiden mutmaßlichen Opfer aufgrund einer Coronainfektion eines Familienangehörigen nicht vor Gericht als Zeuginnen aussagen konnten. Verteidiger Serkan Akman beantragte einen Freispruch. Seine unbescholtene Mandantin sagte, sie sei nicht schuldig.

Verfahren eingestellt

Gegen die 13-jährige Tochter der Angeklagten führte die Staatsanwaltschaft Feldkirch ein Ermittlungsverfahren wegen Verleumdung, falscher Zeugenaussage und Fälschung eines Beweismittels. Das Strafverfahren wurde wegen der Strafunmündigkeit der noch nicht 14-jährigen Beschuldigten eingestellt.

Die 13-Jährige soll über gefälschte Instagram-Accounts vorgetäuscht haben, Hassnachrichten erhalten zu haben. <span class="copyright">Symbolbild/REUTERS/Dado Ruvic</span>
Die 13-Jährige soll über gefälschte Instagram-Accounts vorgetäuscht haben, Hassnachrichten erhalten zu haben. Symbolbild/REUTERS/Dado Ruvic

Demnach stand die 13-jährige Mittelschülerin unter Verdacht, verleumderisches Cybermobbing gegen jene schwarzafrikanische Mitschülerin betrieben zu haben, die jetzt Opfer im Verfahren ihrer angeklagten Mutter sein soll. Die 13-Jährige soll über gefälschte Instagram-Accounts vorgetäuscht haben, schriftliche Hassnachrichten und Drohungen von ihrer afrikanischen Mitschülerin erhalten zu haben. Dabei soll sie die Nachrichten selbst verfasst haben. Ihre afrikanische Mitschülerin wurde zunächst als vermeintliche Täterin von der Mittelschule drei Wochen lang suspendiert.

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