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112 Anrufe des Stalkers am Vortag des Prozesses

08.08.2022 • 19:43 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
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Hartinger

43-Jähriger wegen Verfolgung seiner getrennt lebenden Gattin bestraft.

Der wegen beharrlicher Verfolgung seiner getrennt von ihm lebenden Gattin Angeklagte kam im September 2021 am Landesgericht Feldkirch mit einer Diversion in Form einer Geldbuße davon. Danach hat der unbescholtene Türke seine Frau aber nach den gerichtlichen Feststellungen wieder gestalkt.

Indem der 43-Jährige die 42-Jährige seit März 2022 unzählige Male angerufen und ihr oft aufgelauert hat. Dafür wurde der Arbeiter am Montag am Landesgericht Feldkirch zu einer Geldstrafe von 2400 Euro (240 Tagessätze zu je 10 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte, dem Gericht zu bezahlende Teil 1200 Euro. Er muss seiner Frau als Schmerzengeld 1000 Euro überweisen, Bewährungshilfe in Anspruch nehmen und darf sich seiner Ehefrau vorläufig nicht mehr nähern. Sonst hätte er auch die anderen 1200 Euro zu bezahlen.

Ohne Verteidiger erschienen

Ein Freispruch erfolgte zur gefährlichen Drohung. Das Urteil ist nur deshalb nicht rechtskräftig, weil der Angeklagte ohne Verteidiger erschienen ist und deshalb automatisch drei Tage Bedenkzeit erhielt. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis gewesen.

Unmittelbar nach der vertagten Verhandlung am 1. August fuhr der Angeklagte laut Urteil der Belastungszeugin nach. Die Unterländerin sagte am Montag, er habe ihr auch seitdem jeden Tag vor ihrer Wohnung aufgelauert. Am vergangenen Sonntag, am Tag vor der nächsten Verhandlung, habe er versucht, sie 112 Mal anzurufen.

Weder die vorjährige Diversion noch die einstweilige Verfügung des Bezirksgerichts Bregenz mit dem Kontaktverbot vom Mai 2022 konnten den Angeklagten dazu bringen, seine Frau nicht mehr zu belästigen. Er habe versucht, sich mit ihr wieder zu versöhnen, sagte der 43-Jährige dazu.
„Bitte lassen Sie Ihre Frau in Ruhe“, appellierte Staatsanwältin Julia Berchtold an die Vernunft des Angeklagten. Sonst werde er irgendwann im Gefängnis landen, ergänzte Richterin Magdalena Rafolt.