Allgemein

Keine Drohungen mit Säureanschlag auf Frau

08.08.2022 • 19:48 Uhr / 3 Minuten Lesezeit
<span class="copyright">(c) Shutterstock</span>
(c) Shutterstock

Denn Gattin des Angeklagten entschlug sich vor Gericht der Aussage.

Im Strafantrag wurde dem Angeklagten vorgeworfen, er habe zu seiner Gattin gesagt, er werde sie umbringen, wenn sie ihn wegen ihrer neuerlichen außerehelichen Affäre verlasse. Zudem hat der 51-Jährige nach Darstellung der Staatsanwaltschaft der 48-Jährigen im Juni und Juli damit gedroht, ihr Säure ins Gesicht zu schütten, ihr Leute zu schicken, die ihr Gesicht entstellen, sie zu verbrennen oder lebendig zu begraben, wenn sie sich von ihm trenne.

Demnach soll er ihr über sein Smartphone einen Link mit Fotos von Säureopfern geschickt haben. Von den am schwersten wiegenden Vorwürfen der versuchten schweren Nötigung wurde der unbescholtene Angeklagte am Montag am Landesgericht Feldkirch allerdings freigesprochen. Denn die Gattin des Angeklagten machte als Zeugin vor Gericht von ihrem Recht als Angehörige Gebrauch, nicht mehr auszusagen. Damit durften ihre belastenden polizeilichen Angaben nicht verwertet werden.

Zudem ging Richterin Magdalena Rafolt im Zweifel davon aus, dass der Südosteuropäer die Verlinkung und das aufgezeichnete Telefon mit einer Säure-Drohung in seinem südosteuropäischen Heimatland vorgenommen hatte. Deshalb liege eine Auslandstat eines Ausländers vor, für die Öster­reich nicht zuständig sei.

Gestandene Taten

Schuldig gesprochen wurde der in Vorarlberg lebende Ausländer daher nur wegen der von ihm eingestandenen Taten. Er hat im Juni vor einem Oberländer Fitnesscenter seine Gattin und seinen Nebenbuhler mit Schlägen mit einem Motorradhelm leicht verletzt und ihm damit gedroht, ihn beim nächsten Mal umzubringen.

Wegen Körperverletzung und versuchter Nötigung wurde der unbescholtene Lkw-Fahrer zu einer Geldstrafe von 800 Euro (200 Tagessätze zu je 4 Euro) verurteilt. Davon beträgt der unbedingte Teil 400 Euro. Zu bezahlen hat er aber nur 168 Euro. Denn die 29 Tage in Untersuchungshaft wurden auf die Geldstrafe angerechnet. Das Urteil, mit dem der von Christoph Fink verteidigte Angeklagte und Staatsanwältin Sarah Maria Haugeneder einverstanden waren, ist rechtskräftig. Die mögliche Höchststrafe wäre ein Jahr Gefängnis oder eine Geldstrafe von 720 Tagessätzen gewesen.

Unmittelbar nach der Verhandlung wurde der Untersuchungshäftling aus dem Feldkircher Gefängnis entlassen. Der 51-Jährige weinte, als seine Frau im Gerichtssaal darauf verzichtete, gegen ihn auszusagen.