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Wo Kandidaten abhoben und wo nicht

10.10.2022 • 13:33 Uhr / 5 Minuten Lesezeit
Gerald Grosz
Gerald Grosz APA

Stärksten und schwächsten Gemeinden einzelner Kandidaten im Überblick.

Das beste Bundesland-Ergebnis erhielt Alexander Van der Bellen in Wien: Dort gaben 62,9 Prozent der Wählerinnen und Wähler dem amtierenden Bundespräsidenten ihre Stimme (Briefwahlstimmen noch nicht eingerechnet). In jedem einzelnen Sprengel lag er vorne.

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Auch ganz im Westen, in Vorarlberg und Tirol, wählten knapp 60 Prozent (ohne Briefwahlstimmen) den Präsidenten. “In Westösterreich ist die ÖVP gesellschaftspolitisch deutlich progressiver”, erklärt der Meinungsforscher Günther Ogris auf Ö1, “das haben die vielen Wählerstimmen, die von der ÖVP zu Alexander Van der Bellen gewandert sind, gezeigt.”

Das stärkste Ergebnis machte Van der Bellen in seiner Heimatgemeinde Kaunertal: Dort wählten ihn 88 Prozent.

Wo die Kandidaten ihr bestes Ergebnis einfuhren

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Aber auch andere Kandidaten haben ihre Hochburgen in Tirol – wenn auch in Kleingemeinden, wo wenige Stimmen großes Gewicht haben. Im 77-Einwohner-Dorf Kaisers gibt es gar keinen Wahlsieger: Dort haben Alexander Van der Bellen und Walter Rosenkranz genau gleich viele Stimmen, nämlich jeweils 9.

Ginge es nach den Einwohnern von Spiss im Bezirk Landeck, wäre Walter Rosenkranz Präsident: Er erhielt dort 53 Prozent der Stimmen. Allerdings hat Spiss nur 100 Einwohner.

Die Hochburg von Dominik Wlazny ist das Tiroler Rattenberg, die flächenmäßig kleinste Gemeinde Österreichs. 18 Prozent der 434 Einwohner wählten dort den Punkmusiker.

MFG-Kandidat Michael Brunner schaffte knapp 10 Prozent in Hinterhornbach, ebenso in Tirol. Dort leben 94 Menschen. Und Heinrich Staudinger machte sein bestes Ergebnis in Untertilliach im Bezirk Lienz, wo ihn 8,6 Prozent der Menschen wählten.

Gerald Grosz hingegen schuf sich eine lokale Hochburg im Bezirk Leibnitz: In Sankt Andrä-Höch, wo er einen Wohnsitz hat, wählten ihn 25 Prozent der Menschen, in Gralla waren es 17 Prozent. In seiner Hauptwohnsitzgemeinde Graz (dort stehen noch die Briefwahlstimmen aus) dürfte er mit 5 Prozent sogar unter seinem Bundesergebnis zu liegen kommen.

Tassillo Wallentin konnte vor allem im Südburgenland punkten. In Badersdorf im Bezirk Oberwart erhielt er 25 Prozent der Stimmen, in Bildein 20 Prozent.

Wo die Kandidaten nicht punkten konnten

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In Kärnten müsste Alexander Van der Bellen bei doch deutlich weniger als 50 Prozent (44,4 ohne Briefwahl) in eine Stichwahl. “Kärnten ist ein schwieriges Land für mich”, befindet er im Video-Interview mit der Kleinen Zeitung. Demzufolge liegt auch jene Gemeinde, in der er am schwächsten abschnitt, in Kärnten: In Stall im Bezirk Spittal an der Drau wählten nur 21 Prozent den amtierenden Bundespräsidenten. Herausforderer Rosenkranz kam in der Kommune, die mit unter 30 Prozent übrigens den niedrigsten Anteil an gültigen Impfzertifikaten an der Gesamtbevölkerung in Österreich hat, auf 49 Prozent.

Dafür gab es in ganz Österreich keine einzige Gemeinde, in der niemand für Van der Bellen stimmte. Auch Walter Rosenkranz fand überall Anhänger – am wenigsten im niederösterreichischen Andlersdorf, wo es nur 4,7 Prozent (4 Stimmen) waren.

Dominik Wlazny konnte nur in einer Gemeinde, in Namlos in Tirol, keinen einzigen Menschen von sich überzeugen. Grosz und Wallentin erhielten in je fünf Gemeinden gar keine Stimmen. Brunner wurde in 19 Orten von niemandem gewählt. Für Staudinger machte in 43 Gemeinden niemand sein Kreuz.

Niedrige Wahlbeteiligung wegen Maxlaun-Markt

Die niedrigste Wahlbeteiligung gab es übrigens Lech in Vorarlberg, wo nur 18,6 Prozent der Wahlberechtigten zur Wahl gingen. Im steirischen Niederwölz waren es nur 21,5 Prozent – das könnte am traditionellen Maxlaun-Markt liegen, der sich mit dem Wahltag überschnitt.

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In Niederösterreich gingen hingegen besonders viele Menschen zur Wahl – noch ohne die Auswertung der Briefwahlstimmen ist es mit 62,6 Prozent das Bundesland mit der höchsten Wahlbeteiligung. In der Gemeinde Euratsfeld gingen sogar 80 Prozent zur Wahl, in Kasten bei Böheimkirchen 77,8 Prozent und in Andlersdorf 77,5 Prozent.

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