Online-Betrüger von Vorarlberg aus gefasst

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch war 2021 an der Aushebung eines Betrugsringes in Bulgarien beteiligt.
Beim Sicherheitswachetreffen berichtete Staatsanwalt Manfred Bolter über einen internationalen Fahndungserfolg der Vorarlberger Behörden. Im Rahmen einer Ermittlungsgemeinschaft mit der Staatsanwaltschaft Saarbrücken (Deutschland) sei es gelungen, eine kriminelle Bande auszuheben, die von Bulgarien aus eine Betrugsmasche mit falschen Obligationen betrieben habe.
Korruption als Hindernis
Im Rahmen der Ermittlungen mit Unterstützung der WKStA wurde 2021 der sogenannte „Wolf von Sofia“, ein ehemaliger israelischer Geheimdienstoffizier, der an der Betrugsmasche beteiligt war verhaftet und in Österreich zu vier Jahren Haft verurteilt. Die Hauptzuständigkeit für den Fall lag bei der Staatsanwaltschaft Feldkirch, da in ihrem Zuständigkeitsbereich die erste Anzeige in Österreich erstattet worden war.
Im Zuge der Ermittlungen sei von den bulgarischen Behörden das Signal gekommen, dass ein Vorgehen durch die Justiz vor Ort aufgrund der großen Korruptionsproblematik aussichtslos wäre, erzählte nun Bolter. Man habe daher von Österreich aus mit Europäischen Ermittlungsanordnungen und Haftbefehlen operiert. Die Staatsanwaltschaft Feldkirch habe zusammen mit den beteiligten Behörden ein Flugzeug der AUA gechartert, sei nach Sofia geflogen und habe mit den, auf Basis der EU-Bestimmungen zum Handeln verpflichteten bulgarischen Behörden den Betrügerring vor Ort ausgehoben.
Mutmaßlicher Drahtzieher in Tirol verhaftet
Den mutmaßlichen Drahtzieher, einen deutschen Staatsbürger und Sponsor eines namhaften deutschen Fußballklubs, habe man in einer Nobelherberge in Tirol festgenommen. Dessen englischsprachigen Anwälte hätten anschließend vergeblich versucht für seine Freilassung in Feldkirch zu intervenieren. Der Tatverdächtige habe jedoch, so Bolter, leider vor der Auslieferung nach Deutschland Suizid begangen. Die beteiligten Ermittler wurden 2021 als Kriminalisten des Jahres ausgezeichnet.